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News des LSV Rinteln

Ausbildungserfolg beim Luftsportverein Rinteln e.V.

v.l.n.r.: Karsten Fahrenkamp (Vorsitzender), Maike Langermann, Jörg Bachmann und Norbert Siebert (Fluglehrer) und Elke Diekwisch, die den Feld-Blumenstrauß überreicht
Maike Langermann erhält die Nadel mit der ersten Schwinge von Jörg Bachmann überreicht
Maike Langermann wartet auf das "Hintern versohlen"

Maike Langermann absolvierte ihre ersten Alleinflüge

Fliegen ohne Fluglehrer, der Wunsch eines jeden Flugschülers. Am Sonntag, dem 06. August, erfüllte sich dieser Traum für die Flugschülerin Maike Langermann ( 15 ). Sie absolvierte die ersten drei Starts und Landungen ohne Fluglehrer mit dem Segelflugzeug vom Typ ASK 21.

Vorausgegangen waren mit den ehrenamtlichen Fluglehrern des Luftsportvereins Rinteln viele Schulungsflüge, wie z.B. das Üben von Start und  Landung, das Zentrieren der Thermik, Verhalten in Notfällen ( Seilriss ) und Anflüge aus ungewohnter Position. Das Übliche halt, bevor die Fluglehrer sich trauen, einen Flugschüler zum ersten Alleinflug starten zu lassen. An diesem Sonntag war das Wetter ideal für diese Prüfung. Nach einem Überprüfungsflug durch den zweiten Fluglehrer Norbert Siebert, startete Maike Langermann am späten Nachmittag zu ihren ersten drei Alleinflügen unter Beobachtung ihres Fluglehrers Jörg Bachmann und ihrer Familie. 

Wie üblich beim Luftsportverein Rinteln folgte danach die Pilotentaufe : Nach der dritten Landung gratulierten alle Fliegerfreunde der Alleinfliegerin zur bestandenen A – Prüfung mit einem Feld - Blumenstrauß und wünschten allzeit schöne Flüge. Jetzt schließen sich für Maike Langermann weitere Ausbildungsschritte und Alleinflüge unter Aufsicht der Fluglehrer an, mit dem Ziel die zweite und dritte Segelflugschwinge zu erlangen. Mitte 2016 hat Langermann mit der Segelflugausbildung begonnen.

Nach dem Einräumen der Segelflugzeuge in den Hangar folgten dann die "schmerzlichen Glückwünsche". Schmerzlich, weil die Fliegertradition es verlangt, der Alleinfliegerin erst mal gründlich den Hintern zu versohlen. Zu diesem Zweck wird die Hose ordentlich nass gemacht und jeder auf dem Flugplatz Anwesende darf dem Prüfling auf das Gesäß klopfen. Die Fluglehrer erklärten der anwesenden Familie und den Gästen den Brauch : "Zwar haben wir in den Segelflugzeugen hochmoderne Instrumente, die das Steigen und Fallen des Flugzeuges anzeigen, aber das wahre Gespür für die Thermik sitzt bei den Piloten/innen im Po." Die Flugschülerin war sichtlich stolz als ihr die 1. Segelflugschwinge von ihrem Fluglehrer überreicht wurde und spätestens jetzt waren auch die Schmerzen im Po fast vergessen. Übrigens, am stärksten hat ihr Bruder die Zeremonie "ausgenutzt".

Mit der Ausbildung kann Frau / Mann schon mit dem 14. Lebensjahr beginnen und den Luftfahrerschein mit dem 16. Lebensjahr erwerben. Während der Segelflugsaison von April bis Oktober werden die fliegerischen Fertigkeiten erlernt. Im Winter folgt dann die theoretische Ausbildung durch die ehrenamtlichen Fluglehrer des LSV Rinteln. Die Ausbildung schließt mit dem Luftfahrerschein ab.

Wenn Sie mehr über dieses wunderschöne Hobby erfahren möchten, so beantworten Ihnen die Vereinsmitglieder auf dem Flugplatz am Wochenende gern Ihre Fragen oder Sie informieren sich unter www.lsv-rinteln.de. Darüberhinaus ist der Luftsportverein am 20. August im Rahmen der Veranstaltung "Tag des Sports" in Rinteln auf der Burgfeldswiese mit einem Segelflugzeug vor Ort.  

Erstmalig 1000-Kilometer-Flüge von Rinteln aus

Kurz vor der Wende am Rhein, 40 km südlich Koblenz (Foto : Rolf Bödeker)
Flugweg von Stephan Beck (Screenshot: OLC)
Flugweg von Reinhard Schramme und Rolf Bödecker (Screenshot: OLC)

Stephan Beck, Reinhard Schramme und Rolf Bödeker nutzen Wetter optimal

Die Wetterprognosen sagten für Dienstag, den 09.Mai, beste Flugbedingungen voraus. Drei Piloten des Luftsportvereins Rinteln trafen sich frühmorgens am Flugplatz, um ihre Segelflugzeuge aufzurüsten. Gegen 1000 Uhr Ortszeit starteten Stephan Beck mit seiner ASW22 BLE und Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker mit einer EB28 vom Rintelner Flugplatz zu ihren Überlandflügen. Bei beiden Segelflugzeugen handelt es sich um sogenannte Eigenstarter, die ihre "Triebwerke" in der Luft ein– und ausfahren können. 

Im reinen Segelflug ging es dann Richtung Süden in einem Höhenband zwischen 900 bis 1600 Meter über Grund bis in den Hochtaunus, Nähe Limburg. Hier wendeten die beiden Teams und es ging zurück Richtung Norden bis kurz vor Detmold/Teutoburger Wald. Die Thermik wurde gegen Mittag zunehmend stärker mit 2 - 2,5 Meter/Sek.. Die Wolkenjäger entschieden sich auf Grund der guten Thermik erneut Richtung Süden zu fliegen, um dann 40 km südlich Koblenz am Rhein wieder zu wenden. In einer Höhe von 1550 m/Grund ging es dann wieder gen Norden bis zum Edersee. Erneut wendeten die Piloten und steuerten ihre Maschinen Richtung Süden unter den Wolkenstrassen entlang bis in den Hochtaunus. Inzwischen war es 1715 Uhr und die Rintelner Piloten traten den Heimflug aus einer Höhe von 2200 m/Grund an, zumal das Thermikende für etwa 1830 Uhr vorher gesagt worden war. Stephan Beck wählte seinen Rückflug Richtung Rinteln westlicher als das Team Schramme/Bödeker. Kurz vor Oerlinghausen, nachdem die 1000 km im reinen Segelflug für Beck sicher waren, musste er seinen Motor auf Grund nachlassender Thermik zu Hilfe nehmen, um eine Aussenlandung zu vermeiden. Das Team Schramme/Bödeker befand sich gegen 19 Uhr 50 km vor Rinteln in 400 Metern über Grund auf Höhe Höxter. Das Vorhaben "1000 - Kilometer" stand auf der Kippe. Über eine halbe Stunde kämpften sie bei minimalen Steigwerten von 0.5-1.0 m/Sec. ums Obenbleiben. Im reinen Segelflug schafften sie aber den Heimweg zum Flugplatz Rinteln und landeten hier um 
20 Uhr, eine halbe Stunde nach Stephan Beck.

Stephan Beck legte in 9,5 Stunden eine Strecke von 1017 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 117,51 km/h zurück. Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker benötigte 10 Stunden für eine Strecke von 1057 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 107,46 km/h.

Sichtlich erschöpft stiegen die zwei Crews aus ihren engen Cockpits, aber stolz über die ersten zwei 1000 - Kilometer – Flüge mit Start vom Flugplatz Rinteln. Sie schrieben somit ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte des Luftsportvereins Rinteln e.V. 

Jahreshauptversammlung beim Luftsportverein Rinteln e.V.

Ehrung für mehrjährige Vereinszugehörigkeiten; von links nach rechts: Klaus Kaiser (40 Jahre), Elke Diekwisch (25 Jahre), Dr. Rolf Lührs (50 Jahre) und Friedhelm Steinkamp (60 Jahre). Nicht auf dem Bild: Jürgen Schürer (25 Jahre)
Ehrung für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit und Ernennung zum Ehrenmitglied; v.l.n.r.: 1. Vorsitzende Karsten Fahrenkamp und Dr.Rolf Lührs, später erhält Dr. Rolf Lührs die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied des LSV Rinteln, überreicht von Karsten Fahrenkamp
Danke für die Tätigkeit als 2.Vorsitzender; v.l.n.r.: Ulrich Kaiser und der 1. Vorsitzende Karsten Fahrenkamp
Elke Diekwisch wird für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit vom 1.Vors. geehrt

Dr.Rolf Lührs zum Ehrenmitglied ernannt / Wechsel im Vorstand

Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung beim Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) standen einige Vereinsmitglieder zur Ehrung an:

Elke Diekwisch wurde vom 1. Vorsitzenden Karsten Fahrenkamp für ihre 25 - jährige Vereinszugehörigkeit mit der Vereinsnadel und einer Urkunde des Landesverbandes Niedersachsen geehrt. Ebenfalls die Vereinsnadel bekam Jürgen Schürer für seine 25 – jährige Vereinsmitgliedschaft.

Mit entsprechenden Urkunden wurden Klaus Kaiser für 40 – jährige Vereinsmitgliedschaft und Friedhelm Steinkamp für 60 Jahre Vereinstreue ausgezeichnet. Dr. Rolf Lührs wurde für 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt, was verbunden ist mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. 

Anschließend gab Karsten Fahrenkamp die Sieger der Flugsaison 2016 bekannt:

  • Schlepppilot des Jahres     : Karsten Fahrenkamp mit 256 Schlepps

  • Windenfahrer des Jahres   : Jörg Bachmann mit 117 Schlepps

  • Streckenflieger des Jahres : Reinhard Schramme mit Co-Pilot Volker Fiebig über 790 KM.

Der 1. Vorsitzende Karsten Fahrenkamp sprach die vielen durchgeführten Arbeiten an den Gebäuden, Flugzeugen und Fahrzeugen an, die von den Vereinsmitgliedern - übrigens ehrenamtlich - ausgeführt worden sind. Es kam aber auch der eindringliche Appell an alle Mitglieder des LSV, dass sich hier ein Jeder an den erforderlichen Arbeiten beteiligen möge.

Besonders erfreut ist der Verein darüber, dass die Leistungsflieger die 3. Saison in der 1. Segelflug - Bundesliga 2016 mit dem 9. Platz abgeschlossen haben. Stolz ist man auf Stephan Beck, der bei den Weltmeisterschaften Anfang dieses Jahres in Benalla / Australien in der Offenen Klasse den 11. Platz belegt hat. Ferner haben sich mit Reinhard Schramme und Stephan Beck zwei Rintelner Piloten für die Deutsche Meisterschaft in Stendal / Borstel qualifiziert.

Der 2. Vorsitzende Ulrich Kaiser berichtete von einer erfolgreichen und unfallfreien Flugsaison 2016. Die Segelflugzeuge des Vereins wurden besser genutzt als dies in der  Saison 2015 der Fall war. Die Jahresnachprüfung der Flugzeuge hat ohne Beanstandungen stattgefunden und alle Flugzeuge sind wieder einsatzbereit ebenso wie die Winde. Auch im letzten Jahr kam die Winde mehr zum Einsatz und hat die Segelflugzeuge fast geräuschlos an den Himmel gezogen. Dadurch konnte vermehrt auf den F-Schlepp hinter einem Motorflugzeug verzichtet werden. Besonders erfreut ist der Verein darüber, dass der Schulungs – Doppelsitzer, Baujahr 1991, neu lackiert zur beginnenden Saison wieder einsatzbereit ist.

Der Schatzmeister Wilhelm Wielage gab der Versammlung Auskunft zu der finanziellen Situation des Vereins. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Vorstand, dass sie mit den Vereinsgeldern umsichtig umgehen und sich an den aufgestellten Haushaltsplan gehalten haben. Der Verein steht finanziell auf einem gesicherten Fundament. 
Karsten Fahrenkamp als 1. Vorsitzender und Wilhelm Wielage als Schatzmeister wurden von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Neu im Vorstand ist Dieter Vogt als 2.Vorsitzender, da Ulrich Kaiser für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand. Für sein Engagement wurde Ulrich Kaiser durch den 1. Vorsitzenden gedankt und bekam einen Reisegutschein überreicht.

Ausbildungsleiter Bernd Konitz berichtete, dass dem Verein 9 ehrenamtliche Fluglehrer zur Verfügung stehen und folgende Ausbildungserfolge zu vermelden sind:

  • 3 A – Prüfungen ( 1. Alleinflüge )

  • 1 B – Prüfung

  • 7 erfolgreich abgelegte Funksprechzeugnisse

  • 2 erfolgreiche Theorieprüfungen zum Erwerb der Segelfluglizenz; es fehlt noch der 50-km-Überlandflug und 3 Überprüfungsflüge

  • 1 erfolgreich abgeschlossene Prüfung zum Erwerb der Segelfluglizenz

In den Wintermonaten wurde wieder ein Theorieunterricht für die Schüler angeboten.

Für 2017 wünschte der 1. Vorsitzende Karsten Fahrenkamp den Anwesenden eine fliegerisch erfolgreiche und unfallfreie Saison. Den Leistungsfliegern für die 4. Saison  in der 1. Segelflug – Bundesliga, die am Osterwochenende startet, erfolgreiche Überlandflüge und wies auf die Mitte März stattfindende Sicherheitsbelehrung für alle Piloten hin.

Wenn Sie Interesse an unserem Hobby haben und mit der Ausbildung beginnen möchten, so besuchen Sie uns doch einmal auf unserer Homepage www.lsv-rinteln.de oder kommen einfach am Wochenende auf den Flugplatz und sprechen uns an. Die Ausbildung erfolgt durch ehrenamtliche Fluglehrer und kann ab dem 14. Lebensjahr begonnen werden.

Jahresnachprüfung beim Luftsportverein Rinteln

Nach erfolgter Kontrolle des Schulungs – Doppelsitzers ASK21 / D - 7487 werden die Sitzschalen wieder eingebaut.
Der neu lackierte Schulungs – Doppelsitzer ASK 21 / D – 7481.
Martin Schollerer ( techn.Leiter ) und Marianne Hagemann ( Prüferin ) beim prüfen der Flugzeug - Lebenslaufakten

Alle Flugzeuge im Topzustand / Flugsaison kann beginnen

Die zuständige Prüferin, Frau Marianne Hagemann, bescheinigte dem Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV), dass sich alle Flugzeuge in einem technischen und optischen Top–Zustand befinden. Nachdem sie die Segelflugzeuge einer Sichtkontrolle unterzogen und alle Steuerelement auf Gängigkeit geprüft hatte, wurden auch die Lebenslaufakten von jedem Flugzeug auf Vollständigkeit überprüft. Erst als all diese Punkte abgearbeitet und zufriedenstellend waren, stellte die Prüferin die Nachprüfscheine für jedes Flugzeug aus. Die Wartung und kleinere Reparaturen wurden von den Vereinsmitgliedern unter Federführung der Werkstattleiter in den Wintermonaten durchgeführt. In diesem Winter war das größte Projekt die Neulackierung eines doppelsitzigen Segelflugzeuges vom Typ ASK 21 (Baujahr 1991), welches für die Schulung eingesetzt wird. Der Aus- und Einbau der Instrumente und Sitzschalen erfolgte durch Vereinsmitglieder und die Lackierung wurde durch einen Luftfahrttechnischen Betrieb in Deutschland vorgenommen. Bevor die Rintelner Segelflieger in die neue Saison starten dürfen, müssen sie noch an der Flugbetriebsbesprechung teilnehmen. Hier wird u.a. auf die Sicherheit beim Fliegen, das richtige Einschätzen des eigenen Leistungsvermögens, das Verhalten und Bewegen auf dem Flugplatz usw. hingewiesen. Beim Fliegen steht die Sicherheit an oberster Stelle. 
Für die Leistungsflieger des LSV beginnt Ende April die 4. Saison in der 1. Segelflug-Bundesliga, wo sie anstreben, den letztjährigen 9. Platz noch zu toppen. Darüberhinaus nehmen im Mai einige Piloten an dem Hahnweide–Wettbewerb in Kirchheim unter Teck teil und im Juli starten Stephan Beck und Reinhard Schramme bei der Deutschen Meisterschaft in Stendal–Borstel.

Alle Piloten und vor allem die Flugschüler des Luftsportvereins warten jetzt auf gutes Wetter und starke Aufwinde, damit es endlich wieder in die Luft gehen kann. Wer sich für das Fliegen interessiert oder einmal einen Rundflug über das Weserbergland machen möchte, findet weitere Informationen auf der Homepage www.lsv-rinteln.de oder spricht die Piloten am Wochenende und den Feiertagen auf dem Flugplatz (Telefon 05751 – 2002) an.