Sönke Steuber absolvierte seine ersten Alleinflüge

Sönke Steuber bereitet sich auf seinen 2. Alleinflug vor.
Sönke Steuber erhält seine ersten Segelflugschwinge von Karl–Heinz Pfeiffer überreicht.
Der stolze Alleinflieger im Kreis seiner Familie.

Ausbildungserfolg beim Luftsportverein Rinteln e.V.

Fliegen ohne Fluglehrer, der Wunsch eines jeden Flugschülers. Am Samstag, den 06. Oktober, erfüllte sich dieser Traum für den Flugschüler Sönke Steuber (15) aus Todenmann. Er absolvierte die ersten drei Starts und Landungen mit dem Segelflugzeug ohne Fluglehrer.

Vorausgegangen waren mit den ehrenamtlichen Fluglehrern des Luftsportvereins Rinteln e.V. viele Schulungsflüge, wie z.B. das Üben von Start und  Landung, das Zentrieren der Thermik, Verhalten in Notfällen (Seilriss) und Anflüge aus ungewohnter Position. Das Übliche halt, bevor die Fluglehrer sich trauen, einen Flugschüler zum ersten Alleinflug starten zu lassen. An diesem Samstag war das Wetter ideal für diese Prüfung. Nach einem Überprüfungsflug durch den zweiten Fluglehrer Ulrich Kaiser startete Sönke Steuber am späten Nachmittag zu seinen ersten drei Alleinflügen unter Beobachtung seines Fluglehrers Karl-Heinz Peiffer. Die Fluglehrer waren mit seinen ersten Alleinflügen äußerst zufrieden.

Wie üblich beim Luftsportverein Rinteln folgte danach die Pilotentaufe: Nach der dritten Landung gratulierten alle Fliegerfreunde dem Alleinflieger zur bestandenen A–Prüfung und wünschten allzeit schöne Flüge. Jetzt schließen sich für Sönke Steuber weitere Ausbildungsschritte und Alleinflüge unter Aufsicht der Fluglehrer an, mit dem Ziel, die zweite und dritte Segelflugschwinge zu erlangen. Mit der Segelflugausbildung hat Sönke Steuber Mitte 2017, kurz nach seinem 14. Geburtstag begonnen.

Nachdem die Segelflugzeuge in den Hangar eingeräumt waren, folgten dann die "schmerzlichen Glückwünsche". Schmerzlich, weil die Fliegertradition es verlangt, dem Alleinflieger erst mal gründlich den Hintern zu versohlen. Zu diesem Zweck wird die Hose ordentlich nass gemacht und jeder auf dem Flugplatz Anwesende darf dem Prüfling auf das Gesäß klopfen. Pech für ihn war nur, dass an diesem Tag die befreundeten Segelflieger aus Bremen zu ihrem Herbstfliegerlager angekommen waren und sich mit in die Reihe der "Klopfer" einreihten. Die Fluglehrer erklärten der anwesenden Familie und den Gästen den Brauch : "Zwar haben wir in den Segelflugzeugen hochmoderne Instrumente, die das Steigen und Fallen des Flugzeuges anzeigen, aber das wahre Gespür für die Thermik sitzt bei den Piloten/innen im Po". Sönke Steuber war sichtlich stolz, als ihm die 1. Segelflugschwinge von seinem Fluglehrer überreicht wurde und spätestens jetzt waren auch die Schmerzen im Po fast vergessen.  

Mit der Ausbildung kann Frau / Mann schon mit dem 14. Lebensjahr beginnen und den Luftfahrerschein mit dem 16. Lebensjahr erwerben. Während der Segelflugsaison von April bis Oktober werden die fliegerischen Fertigkeiten erlernt. Im Winter erfolgt dann die theoretische Ausbildung durch die ehrenamtlichen Fluglehrer des LSV Rinteln. Die Ausbildung schließt mit dem Luftfahrerschein ab.

Wenn Sie mehr über dieses wunderschöne Hobby erfahren möchten, so beantworten Ihnen die Vereinsmitglieder auf dem Flugplatz am Wochenende gern Ihre Fragen oder Sie informieren sich unter www.lsv-rinteln.de. 

Ausbildungs- und Streckenfluglager auf dem Klippeneck

Herrliche Aussichten auf einen langen Flug: Ole Bachmann, Thomas Koch und Malte Bachmann kurz vor dem Start
Thomas Himmelsbach kurz vor dem Start auf dem Klippeneck

Ausflüge in die Alpen oder wie in diesem Jahr, zum Klippeneck, sind inzwischen fester Bestandteil in der Aus - und Weiterbildung des Luftsportverein Rinteln e.V. ( LSV ). Vom 13.7.- 25.07.18 dauert das diesjährige Fliegerlager der kleinen Gruppe mit Flugschülern und Streckenfliegern vom LSV Rinteln.

Insbesondere die exponierte Lage lockte die Rintelner Segelflieger an. Thomas Koch, Jörg Bachmann und Thomas Himmelsbach zogen die Anhänger von Rinteln auf das Klippeneck: Das Fluggelände liegt 12 km südöstlich von Rottweil auf der schwäbischen Alb oberhalb Denkingen in 1000 m Höhe im Landkreis Tuttlingen / Baden-Württemberg. 

 

Flugfaszination der jungen Nachwuchspiloten

Flugschüler Malte Bachmann (16 Jahre) ist von den thermischen Gegebenheiten beeindruckt: „Die sind hier ganz schön verwöhnt mit den klimatischen Bedingungen. In Rinteln müssen wir länger kreisen, um Aufwinde auszufliegen ". Sein Zwillingsbruder Ole Bachmann ergänzt: „Mir gefällt es, dass man beim Segelfliegen allein mit der Kraft der Natur stundenlang fliegen kann. Wir brauchen immer nur eine kleine Anfangsenergie, um stundenlang fliegen zu können. Mir ist es leicht gefallen, einen 5-Stunden-Flug zu absolvieren. Gestartet bin ich an der Winde und hatte eine Ausklinkhöhe von knapp 400 Metern.“

 

Schon immer begeistert vom Fliegen

Fluglehrer Jörg Bachmann berichtet:  „Die präzisen Landungen und Starts faszinieren mich einfach. Aber auch die Zeit, in den warmen Aufwinden, der sog. Thermik, zu kreisen. Hier kann ich alles um mich herum für einen Augenblick ausblenden und es einfach nur genießen! Wenn ich dann lande, geht es mir immer besser als zuvor.“

 

Vom Fußgänger zum Piloten

Wer mit einem Segelflieger in die Lüfte starten will, muss eine gründliche Ausbildung hinter sich bringen. Die nötigen Flugstunden werden in einem Doppelsitzer vom Typ ASK-21 zusammen mit ehrenamtlichen LSV - Fluglehrern absolviert. „Je nachdem wie engagiert man ist, kann man seine ersten Alleinflüge schon in einer Saison, also zwischen März und Oktober, schaffen“, erklärt der Ausbildungsleiter Bernd Konitz vom LSV. Die Kosten der gesamten Ausbildung bis zum Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer belaufen sich auf ca. 1.500,-- bis 2.000,-- Euro, verteilt auf einen Zeitraum von 2 - 3 Jahren. Nach der A-Prüfung fliegen die Schüler unter Aufsicht der Fluglehrer in Platznähe und weisen bei den B- und C- Prüfungen weitere fliegerische Fähigkeiten nach. Der Führerschein der Lüfte wird in der Regel ein bis zwei Jahre später abgelegt.

Die Zwillinge Ole und Malte Bachmann stehen kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung. Nach der Theorieprüfung vor der Luftfahrtbehörde folgt anschließend ein Überlandflug über eine 50 Km Distanz sowie drei praktische Überprüfungflüge mit einem Prüfer. Sofern dies alles erfolgreich abgeschlossen wurde, dürfen sie Gäste mitnehmen und brauchen den Fluglehrer nicht vor jedem Start um einen Flugauftrag bitten. Hierfür stehen ihnen dann die fünf vereinseigenen Segelflugzeug zur Verfügung.

 

In erster Linie wollen sie das Fliegen lernen

„In erster Linie wollen sie das Fliegen lernen.“ weiß Fluglehrer Thomas Himmelsbach „Aber sie müssen auch Verantwortung füreinander übernehmen, Materialpflege betreiben und Teamgeist  beweisen. Natürlich gehört zur Ausbildung auch die Theorie dazu ". In den Wintermonaten wird ein Theorieunterricht von den acht ehrenamtlichen Fluglehrern des LSV durchgeführt. Das Schöne am Segelfliegen ist die Welt von oben zu erleben und unter Ausnutzung der Sonnen - und Windernergie weite Strecken ohne Motor zurück legen zu können - einfach das Gefühl von Freiheit zu genießen - das ist das Faszinierende am Segelfliegen. Auch Technik - und Naturbegeisterte werden vom Segelfliegen begeistert sein.

 

Was machten Segelflieger bei Schlechtwetter?

Oben auf dem Klippeneck erwartete die Rintelner ein wunderschönes Wandergebiet (Böttingen, Dreifaltigkeitsberg und Lippachtal) mit herrlicher Aussicht auf Schwarzwald, Baar und Hegau. Die Insel Mainau im Bodensee und der Rheinfall von Schaffhausen sowie das Zeppelinmuseum Friedrichshafen waren Ausflugsziele der Fliegergruppe auf Grund des schlechten Wetters.

 

Segelfliegerei als Basis für weitere Fliegerkarriere

„Das Schöne am Segelflug ist, dass die Ausbildung auch als Basis für weitere Flugscheine dienen kann“, so Dieter Vogt, zweiter Vorsitzender des LSV-Rinteln: „So könne auch ein Schein für Motorsegler im Anschluss gemacht werden. Motorflieger werden in Rinteln allerdings nicht ausgebildet.“

 

Besucher und Interessierte sind herzlich eingeladen

Mit der Ausbildung zum Segelflieger kann jederzeit begonnen werden. Der LSV Rinteln bietet auch einen Schnupperkurs an, bei dem Mann oder Frau mit einem erfahrenen Fluglehrer seine ersten Flugstunden absolvieren kann, um ein erstes Gefühl für das Fliegen zu bekommen. Interessierte sind herzlich auf den Flugplatz eingeladen, sich über den Flugbetrieb und die Bedingungen auf den Weserwiesen im Süden der Stadt Rinteln zu erkundigen.

 

Erster Alleinflug

Karsten Fahrenkamp ( Vorsitzender ), Maike Langermann, Jörg Bachmann und Norbert Siebert ( Fluglehrer ) und Elke Diekwisch überreicht den obligatorischen Feldstrauß

Maike Langermann hat am Sonntag, dem 06.08., ihre ersten 3 Alleinflüge erfolgreich absolviert. Die Nadel mit der ersten Fliegerschwinge erhielt sie aus den Händen von Fluglehrer Jörg Bachmann. 

Aktuelles von der Jugend

Windenfahrer Adrian Glauner und Alleinflieger Armin Lukas
Ole und Malte Bachmann

Adrian Glauner legte am 14.05.2017 seine Prüfung zum Windenfahrer erfolgreich ab.

Armin Lukas absolvierte ebenfalls am 14.05.2017 seine ersten drei Alleinflüge und erhielt aus den Händen von Ausbildungsleiter Bernd Konitz die 1. Anstecknadel mit einer Schwinge überreicht.

Die Brüder Ole und Malte Bachmann erflogen sich am 27.05.2017 die C - Prüfung. Die Nadel mit der dritten Segelfliegerschwinge erhielten sie aus den Händen ihres Vaters und Fluglehrer Jörg Bachmann.

Meike Wielage hat erfolgreich ihre 3 Überprüfungsstarts mit ihrem Prüfer, Herrn Brennenstuhl, absolviert. Das war der letzte Punkt zum Erwerb der Segelfluglizenz.

Die Flieger des LSV wünschen Meike jetzt viele schöne Flüge über dem Weserbergland und darüberhinaus.