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News des LSV Rinteln

Die "Rennmaschinen" warten auf ihren Einsatz.
Das Team LSV Rinteln "Deutscher Meister 2020".
Die Punktesammler 2020: Rolf Bödeker und Reinhard Schramme

Titelverteidigung vorerst verschoben

Rintelner Segelflieger starten Mitte Mai zu ihren Wertungsflügen 

Gäbe es nicht die Corona-Pandemie, dann wären die Wertungsflüge in der 1. und 2. Segelflug-Bundesliga sowie in den Qualifikationsligen bereits am 3. April-Wochenende gestartet. Jetzt beginnt die Saison für die Ligapiloten der teilnehmenden Vereine am Wochenende 15./16. Mai und erstreckt sich auf verkürzte 15 Runden, sodass am 21./22. August 2021 der neue Deutsche Meister in der 1. Segelflug-Bundesliga feststehen wird. 

Die Leistungspiloten des Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) starten in die neue Saison als Titelverteidiger und werden alles daran setzen, um den Titel des Deutschen Meisters in der 1. Segelflug–Bundesliga wieder nach Rinteln zu holen. Normalerweise werden die Meister sowie die Auf-und Absteiger aus den einzelnen Ligen in 19 Wertungsrunden erflogen. Eine Wertungsrunde erstreckt sich über ein Wochenende und jeweils die 3 schnellsten zurückgelegten Flüge eines Vereins vom Samstag oder Sonntag kommen in die Wertung. 

Weitere Informationen zum Ablauf der Segelflug-Bundesliga erhält man auf der Homepage des LSV Rinteln unter www.lsv-rinteln.de. Ferner werden hier auch die Ergebnisse von den jeweiligen Wertungsrunden nachzulesen sein. Bereits seit Ostern trainieren die Leistungspiloten des LSV wieder und haben schon schöne Flüge über längere Distanzen zurücklegen können. Übereinstimmend stellten sie fest, dass es bereits thermisch hervorragend zu fliegen sei. 

Die Flugschüler des LSV müssen coronabedingt noch auf den Beginn ihrer Schulungsflüge warten. Ebenso sind z.Zt. leider noch keine Gästeflüge möglich. Der LSV Rinteln geht aber davon aus, dass auch dies in naher Zukunft wieder möglich sein wird. 

Erfolgreiche Flugsaison der Rintelner Segelflieger

Urkunde für Christine Grote: 3. Platz DMST Frauen-Streckensegelflug
Rolf Bödeker, Co-Pilot von Reinhard Schramme, in seinem Astir

Wartung der Segelflugzeuge unter erschwerten Bedingungen

Trotz der durch Corona verkürzten Segelflugsaison kann der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) in diesem Jahr wieder einige bemerkenswerte Erfolge verzeichnen.

So gewann Christine Grote, die seit Mitte 2020 beim LSV beheimatet ist, bei der Frauen-Weltmeisterschaft Anfang des Jahres in Australien den 2. Platz in der Clubklasse und darf sich nunmehr Vize-Weltmeisterin nennen. Im Juli stellte sie den 6 Jahre alten bestehenden Klassenrekord-Geschwindigkeit über das 750 km FAI-Dreieck ein. In der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug der Frauen belegt sie den 3. Platz. Auf Landesebene Niedersachsen gewann sie die Frauenwertung sowie auch die Einzelwertung in der Standardklasse. Bernd Goretzki tat es ihr gleich und gewann auf Landesebene die 18-Meter-Klasse der Männer und die Rintelner Piloten belegen hier in der Vereinswertung Platz 5.

Das Highlight war in 2020 natürlich die Titelverteidigung des Deutschen Meister in der 1. Segelflug-Bundesliga. Weltweit belegen die Rintelner Wolkenjäger hier den 3. Platz mit 4.226,63 Punkten. Auf Platz 1 befindet sich der Soaring Club Minden (USA) mit 5.159,42 Punkten gefolgt von der Soaring Society of Boulder (USA) mit 4.443,08 Punkten. 

Reinhard Schramme errang in diesem Jahr in der Kategorie "Speed-Champion" mit 792,06 Speedpunkten den 1. Platz. Hier werden die 6 schnellsten Flüge eines Piloten über ein Zeitfenster von 2½ Stunden ermittelt und zu einer Gesamt-Speed zusammengefasst. Den schnellsten Flug absolvierte Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker am 29. Juli von Rinteln aus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160,28 km/h über eine Distanz von 400,69 km. Zeitweise jagde er seinen Arcus mit 200 km/h unter den Wolken entlang. Platz 2 belegt Maximilian Dorsch vom AC Bamberg mit 787, 41 Punkten, gefolgt von Eric Schneider (FSG Hammelburg) mit 767,45 Punkten. Europaweit belegt Reinhard Schramme hier den 6. Platz. Diesen Wettbewerb gewann Frerk Frommholz und auf Platz 4 landet Bernd Goretzki. Die beiden vorgenannten LSV Piloten starteten zu ihren schnellen Flügen von spanischen Flugplätzen. Weltweit belegen die LSV Piloten Carsten Kopsieker Platz 4 und Reinhard Schramme den 6.Platz. Zu den hier zugrunde gelegten Flügen starteten sie in Namibia von der Segelfliegerfarm Bitterwasser aus.

Aber auch der Rintelner Nachwuchs lässt aufhorchen. Die Zwillinge Ole und Malte Bachmann haben seit der Saison 2016 für ihren Luftfahrerschein fleissig geübt und gelernt. Pfingsten 2019 haben sie dann ihren Luftfahrerschein nach erfolgreicher Prüfung ausgehändigt bekommen und 2020 ging es dann auf einen Streckenflug-Lehrgang nach Varrelbusch bei Cloppenburg. Hier erfüllten die Zwillinge die letzten fehlenden Bedingungen für das Silberne Segelflieger Leistungsabzeichen "Silber C", verliehen durch den Deutschen Aero Club. Die Bedingungen sind ein Dauerflug von mindestens 5 Stunden Flugzeit, ein Streckenflug von mindestens 50 km und eine Startüberhöhung von mindestens 1000 Meter. Das Leistungsabzeichen bekamen sie von ihrer Mutter Katja Bachmann, Mitarbeiterin des DAEC, ausgehändigt.

In den Wintermonaten stehen beim LSV die Wartungsarbeiten an den Segelflugzeugen und den Startgeräten wie z.B. der Winde auf dem Terminkalender. Alles muss rechtzeitig zu der im März 2021 stattfindenden Jahresnachprüfung fertig sein. In diesem Winter gestaltet sich alles etwas schwieriger auf Grund der coronabedingten Auflagen. Ein detailierter Anwesenheitsplan ist zwingend erforderlich, damit nicht zu viele Vereinsmitlieder vor Ort sind. Aber man ist trotz allem im Zeitplan und alle Vereinsmitglieder hoffen, dass es in 2021 wieder zu einem normalen Flugbetrieb kommen wird und auch alle anderen Sportarten wieder unter den normalen Bedingungen betrieben werden können.

LSV Rinteln e.V. Deutscher Meister 2020 – Neue Hoodies statt großer Meisterfeier

Neuer Hoodie Vorder– und Rückseite (die zwei Sterne stehen für den zweimaligen Gewinn der 1. Segelflug-BL)
Begradigtes Landesfeld
Kneipenfenster mit Schriftzug "Deutscher Meister 2020"

Dass das Corona-Virus auch die Segelflugvereine in Deutschland erreicht und das Vereinsleben massiv einschränkt, haben wir schon zu Beginn der Saison gemerkt. Nicht nur, dass die Bundesliga-Saison 2020 nicht planmäßig starten konnte; der gesamte Flugbetrieb ruhte bis in den Mai. Es sollte dann noch bis zum 30. Mai dauern, bevor der Titelverteidiger in die lang herbeigesehnte Bundesliga-Saison starten konnte. Die Pilotinnen und Piloten waren motiviert bis in die Haarspitzen, sollte der Titel doch verteidigt werden. Und schon nach der 2. Runde hatten die Niedersachsen die Tabellenspitze übernommen und sollten diese Position bis zum Ende auch nicht mehr abgeben und das, ohne auch nur eine Runde selbst gewonnen zu haben. (Die Berichte über die geflogenen 13 Runden findet ihr hier). Und so war die Ligasaison schneller vorbei als gedacht. Nur das Corona-Virus war noch da.

Nach Durchsicht der gültigen Verordnung war dem Vorstand des Vereins schnell klar, dass es eine Meisterfeier wie im letzten Jahr auf keinen Fall geben konnte. Daher versammelten sich die Rintelner Pilotinnen und Piloten am Abend des 5. September nach dem jährlichen Oldtimer-Fly in (Bericht und Bilder hier) auf der Terrasse vor dem Vereinsheim zu einem kleinen Umtrunk mit Gegrilltem. In einer kleinen Ansprache dankte der 1. Vorsitzende Stephan Beck allen Pilotinnen und Piloten, den Helfern am Boden und der Presseabteilung in Person von Ulrich Kaiser und Dieter Vogt, die jede Woche Berichte in der örtlichen Presse und bei den Sport-Onlineportalen unterbringen konnten und damit das Interesse am LSV und unserem Sport in die breite Bevölkerung trugen. Ein besonderer Dank ging an Reinhard Schramme, der die Mannschaft immer wieder motivierte, stets ein gutes Händchen für Flugweg und Taktik hatte, und immer mit gutem Beispiel voranflog. Rückblickend fasste "der Käpt'n" die Saison und den Grund für den Erfolg so zusammen:

"Von Beginn an war das Wohlfühlklima im Verein außergewöhnlich und spürbar. Jeder hatte Interesse und zeigte Herz für die Sache - Bundesligafliegen! Wir haben es gemeinsam gelebt. Das Wir-Gefühl und Motivation pur über die komplette Saison!“

Im Anschluss ließen die Pilotinnen und Piloten in kleinen Runden die Saison Revue passieren und die spannendsten Situationen wurden erneut durchlebt, die stärksten Bärte noch einmal ausgekurbelt und die längsten Wolkenstraßen noch einmal abgeflogen...

Zwei Tage später rückte der Bautrupp zur Begradigung des östlichen Landefeldes an, was den Flugbetrieb etwas einschränkt, aber die Flugsaison ist ja fast vorbei - nur das Corona-Virus ist noch da.