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News des LSV Rinteln

Jahreshauptversammlung beim Luftsportverein Rinteln e.V.

Ehrung Sieghard Kretzer für 60 - jährige Vereinszugehörigkeit, v.l.n.r. Karsten Fahrenkamp und Sieghard Kretzer
Ehrung Karsten Fahrenkamp für 40 - Jahre LSV Rinteln, v.l.n.r. Karsten Fahrenkamp und Dieter Vogt
Der wiedergewählte LSV Vorstand, v.l.n.r. Wilhelm Wielage, Karsten Fahrenkamp und Dieter Vogt

Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Luftsportvereins Rinteln e.V. (LSV) standen einige Vereinsmitglieder zur Ehrung an.

Bevor aber die Ehrungen erfolgten, gedachte man dem langjährigen Vereinsmitglied Hans Georg Seidel, der im letzten Jahr verstorben war, mit einer Schweigeminute.

In Abwesenheit wurde Heiko Bredemeier für seine 25 - jährige Vereinszugehörigkeit mit der Vereinsnadel geehrt. Sieghard Kretzer bekam vom 1. Vorsitzenden für seine 60 - jährige Mitgliedschaft im LSV ein Präsent überreicht. Durch den 2. Vorsitzenden Dieter Vogt erhielt Karsten Fahrenkamp für seine 40 - jährige Vereinszugehörigkeit neben der Vereinsnadel auch eine Urkunde des Landesverband Niedersachsen überreicht.

Karsten Fahrenkamp als 1. Vorsitzender sprach die vielen durchgeführten Arbeiten an den Gebäuden, Flugzeugen und Fahrzeugen an, die von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich ausgeführt worden sind. Er berichtete über die erfolgreiche Anschaffung des gebrauchten doppelsitzigen Segelflugzeugs vom Typ DuoDiscus XLT. Die mit einem Klapptriebwerk ( Heimkehrhilfe ) ausgerüstete Maschine ist von den Vereinsmitgliedern hervorragend angenommen worden und war neben dem Schulungsdoppelsitzer ASK 21 das mit am meisten genutzte Segelflugzeug im Verein. Darüberhinaus hat sich auch die Anschaffung eines neuen Schleppmotors für die Winde als richtig erwiesen. Die Segelflugzeuge werden jetzt noch sicherer und kraftvoller an den Himmel geschleppt.

Besonders stolz ist der Verein auf seine Leistungsflieger, die die Saison 2018 in der 1. Segelflug - Bundesliga mit dem 6. Platz abgeschlossen haben. Außerdem haben sich zwei Piloten des LSV für die Deutsche Meisterschaft in Stendal / Borstel qualifiziert. Aber auch von einer recht aktiven Schülergruppe wusste der Ausbildungsleiter Bernd Konitz zu berichten, die von neun Fluglehrern ehrenamtlich ausgebildet werden. In den Wintermonaten wurde wieder ein Theorieunterricht durchgeführt.

Von einer erfolgreichen und unfallfreien Flugsaison 2018 sowie einer guten Nutzung der Flugzeuge wusste der 2. Vorsitzende Dieter Vogt zu berichten. Die Jahresnachprüfung der Segelflugzeuge hat ohne Beanstandungen stattgefunden und alle Flugzeuge sind wieder einsatzbereit ebenso wie die Winde.

Anschließend gab Dieter Vogt die Sieger der Flugsaison 2018 bekannt :

Schlepppilot des Jahres : Karsten Fahrenkamp mit 160 Schlepps

Windenfahrer des Jahres : Adrian Glauner mit 101 Schlepps

Streckenflieger des Jahres : Carsten Kopsieker über 754 KM.

Schatzmeister Wilhelm Wielage gab der Versammlung Auskunft über die finanzielle Situation des Vereins. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Vorstand, dass sie mit den Vereinsgeldern umsichtig umgehen und sich an den aufgestellten Haushaltsplan gehalten haben. Der Verein steht finanziell auf einem gesicherten Fundament.

Aus der Versammlung wurde der bestehende Vorstand mit Karsten Fahrenkamp als 1. Vorsitzenden, Dieter Vogt als 2. Vorsitzenden und Wilhelm Wielage als Schatzmeister einstimmig wiedergewählt.

Für 2019 wünscht der 1. Vorsitzende Karsten Fahrenkamp den Anwesenden eine fliegerisch erfolgreiche und unfallfreie Saison. Den Leistungsfliegern für die 6. Saison in der 1. Segelflug – Bundesliga, die am Wochenende 21./22.04.2019 startet, erfolgreiche Überlandflüge und wies auf die Ende März stattfindende Sicherheitsbelehrung für alle Piloten hin.

Wenn Sie Interesse an unserem Hobby haben und mit der Ausbildung beginnen möchten, so besuchen Sie uns doch einmal auf unserer Homepage www.lsv-rinteln.de oder kommen einfach am Wochenende auf den Flugplatz und sprechen uns an. Die Ausbildung erfolgt durch ehrenamtliche Fluglehrer und kann ab dem 14.Lebensjahr begonnen werden.

 

 

Flugzeuge des LSV Rinteln wieder einsatzbereit

Mathias Ahrens, Thomas Koch und Thomas Seipp beim Prüfen eines Fallschirmes
Mathias Ahrens prüft Bahn für Bahn eines jeden Fallschirmes auf Festigkeit
Die Prüferin Marianne Hagemann überprüft den "Astir". Im Hintergrund warten die weiteren zu prüfenden Segelflugzeuge
Malte Bachmann und Laurenz Schädel schrauben neue Zündkerzen beim Motorsegler ein

Sicherheit steht an ersten Stelle bei den Fliegern

Dem Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) bescheinigte die zuständige Prüferin, Frau Marianne Hagemann, dass sich die Flugzeuge des Vereins technisch und optisch in einem Top-Zustand befinden.

Vorausgegangen war Mitte Februar die Jahresnachprüfung sämtlicher Segelflugzeuge. Frau Hagemann überprüfte z.B. alle Steuerelemente auf Gängigkeit, führte eine Sichtprüfung auf Risse in der Flugzeughaut durch und kontrollierte auch die Lebenslaufakten von jedem Flugzeug auf Vollständigkeit.

Erst als all diese Punkte abgearbeitet und zufriedenstellend waren, stellte die Prüferin die Nachprüfscheine für jedes Flugzeug aus. Erst wenn dies erfolgt ist, darf ein Segelflugzeug wieder starten.

Von den Vereinsmitgliedern wurden die Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen unter Federführung der Werkstattleiter in den Wintermonaten durchgeführt. 
Auch bei den Fallschirmpackern des LSV hatte sich der Prüfer, Herr Mathias Ahrens, Anfang Februar angemeldet, um die Fallschirme zu überprüfen. Man muss wissen, dass jeder Segelflieger bei seinen Flügen einen Fallschirm zu seiner eigenen Sicherheit trägt. Es gab keine Beanstandungen an den Packungen der Fallschirme und deren Beschaffenheit.  

Bevor die Rintelner Segelflieger in die neue Saison starten dürfen, müssen sie noch an der obligatorischen Flugbetriebsbesprechung teilnehmen. Hier wird u.a. auf die Sicherheit beim Fliegen, das richtige Einschätzen des eigenen Leistungsvermögens, das Verhalten und Bewegen auf dem Flugplatz usw. hingewiesen. Beim Fliegen steht die Sicherheit an oberster Stelle. 

Für die Leistungsflieger des LSV beginnt Ende April die 6. Saison in der 1. Segelflug-Bundesliga, wo sie anstreben, den letztjährigen 6. Platz noch zu toppen. Darüberhinaus nehmen im Mai einige Piloten an dem Hahnweide–Wettbewerb in Kirchheim unter Teck teil und im Juli starten 2 LSV–Piloten bei der Deutschen Meisterschaft in Stendal–Borstel.   

Besonders die Flugschüler des Luftsportvereins aber auch alle anderen Piloten warten jetzt auf gutes Wetter und starke Aufwinde, damit es endlich wieder in die Luft gehen kann.

Wer selbst einmal fliegen möchte, der LSV bietet Interessierten Schnupperkurse an oder wer einmal einen Rundflug über das Weserbergland machen möchte, findet weitere Informationen auf der Homepage www.lsv-rinteln.de oder spricht die Piloten am Wochenende auf dem Flugplatz (Telefon 05751 – 2002) an.

Pilotenausbildung über Rinteln

Fliegen ist ein uralter Menschheitstraum. In der griechischen Sagenwelt flog Ikarus mit einer Flügelkonstruktion aus Federn und Wachs gen Himmel. Doch er kam der Sonne zu nah, das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer.

Seither wurde mit viel Erfindungs- und Abenteuergeist versucht, es besser zu machen. Die heutigen Segelflugzeuge können 1000 km und mehr nur mit Hilfe der Natur fliegen.

Fragen an Bernd Konitz, den Ausbildungsleiter im Luftsportverein Rinteln e.V.:

  • Was ist eigentlich das Faszinierende am Segelfliegen?

    Die Welt von oben zu erleben und unter Ausnutzung der Sonnen- und Windenergie weite Strecken ohne Motor zurück legen zu können - einfach das Gefühl von Freiheit zu genießen – das ist das Faszinierende am Segelfliegen. Auch Technik- und Naturbegeisterte werden vom Segelfliegen fasziniert sein.


  • Gibt es Altersgrenzen?

    Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene können Segelflieger werden, sofern es der Fliegerarzt erlaubt. Der Luftfahrerschein wird allerdings erst am 16. Geburtstag ausgehändigt, auch wenn die Prüfung schon vorher abgelegt wurde.


  • Gibt es einen Flugführerschein?

    Ja, nur heißt er Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer. Man bekommt ihn nach einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung, die sich in mehrere Abschnitte gliedert.

    Der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) hat 8 ehrenamtliche Fluglehrer, die von April bis Oktober an den Wochenenden und Feiertagen für die Ausbildung zur Verfügung stehen.

    In den Wintermonaten findet ein Theorieunterricht für die Flugschüler statt.

    Die A- Prüfung beendet den ersten Ausbildungsabschnitt mit drei Flügen ohne Fluglehrer. Bei der B- und der C- Prüfung sind weitere fliegerische Fähigkeiten nachzuweisen. Erst dann steht die staatliche Luftfahrerscheinprüfung an, die die Ausbildung abschließt.


  • Brauche ich ein eigenes Segelflugzeug?

    Nein! Als Mitglied in einem Verein nutzt man die vereinseigenen Segelflugzeuge. Der LSV Rinteln verfügt über fünf Segelflugzeuge.


  • Welche Kosten fallen für die Ausbildung an?

    Grob über den Daumen werden sich die Kosten für die Ausbildung auf ca. 1.500 bis 2.000 Euro belaufen, allerdings verteilen sich diese je nach Engagement auf einen Zeitraum von ca. 2 – 3 Jahren.


  • Wann kann ich mit der Ausbildung anfangen?

    Mit der Ausbildung zum Segelflieger kann jederzeit begonnen werden. Am Sinnvollsten ist es zum Beginn einer Flugsaison.

    Wir bieten für Interessierte auch Schnupperkurse an, bei denen mit einem erfahrenen Fluglehrer erste Flugeindrücke gesammelt werden können.

    Um Segelflieger zu werden, ist es nie zu spät - Voraussetzung ist das O.K. vom Fliegerarzt. Weitere Informationen bekommt man auf der Homepage des LSV Rinteln e.V. (www.lsv-rinteln.de) oder kommt am Wochenende auf den Flugplatz und spricht uns einfach an.

    Das Interview mit Bernd Konitz führte Dieter Vogt ( Pressewart LSV ).

Ausbildungsleiter Bernd Konitz
So strahlt man nach den ersten 3 Alleinflügen. Adrian Glauner zwischen seinen 2 Fluglehrern Norbert Siebert (li.) und Karl-Heinz Pfeiffer (re.).

Aeronca 65 C / Der Käfer der Lüfte

Georg Krause vor seiner Aeronca 65 C
Das Typenschild
Blick in die Pilotenkanzel mit Doppelsteuer
Die Aeronca D-EKKR im Flug

Mit stolzen 80 Jahren fliegt und fliegt sie

Bei der Aeronca 65 C handelt es sich um ein zweisitziges Motorflugzeug, das im Oktober 1938 in den Vereinigten Staaten gebaut wurde und hier zu seinem Erstflug startete. Am 27.Oktober 2018 wurde am Verkehrslandeplatz Rinteln der 80. Geburtstag dieses legendären Oldtimers begangen und gebührend gefeiert.

Bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 km/h, einer Flugzeit von 2,5 Stunden und guten Kurzstart - und Landeeigenschaften war die Aeronca zu der damaligen Zeit eine kleine technische Sensation. Das 65 PS starke Motorflugzeug wurde bis 1946 als Schul – und Kurierflugzeug von der amerikanischen Luftwaffe eingesetzt. Seit 1955 befindet sich das Flugzeug in der Bundesrepublik Deutschland. Auf welchem Weg und wann sie dann von Amerika nach Europa gekommen ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Die Besitzer der Aeronca wechselten häufig. Mitte der 70er Jahre übernahm sie dann Hans Kaiser, der Inhaber des damaligen Luftfahrtechnischen Betrieb (LTB) Kaiser am Verkehrslandeplatz Porta Westfalica; jetzt Porta Air Service. Bevor die Aeronca wieder Luft unter ihren Flächen spüren durfte, war sie zwei Jahre einem Museum in Berlin als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden. Danach lagerte sie weitere neun Jahre in einem stillgelegten Bahnhof, bevor Techniker und Lehrlinge des  LTB Kaiser sie wieder zum Leben erweckten. Die Restauration gestaltete sich damals sehr zeitaufwendig und mühevoll, zumal möglichst nur Originalteile verwendet werden sollten. Teilweise mussten diese aus den USA eingeführt oder selbst hergestellt werden. Im Jahr 1985 erhob sie sich dann wieder an Deutschlands Fliegerhimmel und nahm in dem Jahr u.a. an dem Deutschlandflug von Wilhelmshafen nach Kempten teil. Sie gewann auch diverse Preise bei Oldtimertreffen. 

Seit 2015 gehört dieses Schätzchen Georg - Schorsch - Krause (ehemaliger Mitarbeiter des LTB Kaiser) und ist nunmehr am Verkehrslandeplatz Rinteln im schönen Weserbergland stationiert. Schorsch ist von seiner Aeronca mit der Kennung D-EKKR einfach nur begeistert und erwähnt die hervorragende Verarbeitung, ihre guten Flugeigenschaften und den robusten Motor. "Wenn ich die Aeronca mal ein halbes Jahr nicht geflogen bin; Du drehst den Zündschlüssel um und der Motor springt sofort an" schwärmt der Eigner und ein Lächeln geht über sein Gesicht. Wünschen wir den beiden "Oldtimern" noch viele schöne Flüge und Happy Landings.

 

 

 

Text  : Dieter Vogt
Fotos : Martina Sasse