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News des LSV Rinteln

Segelfliegen nicht nur Männersache

Christine Grote mit der sichtlich stolzen Ilka Schulte

Ilka Schulte macht ihren ersten Alleinflug

Nach nur einer Woche folgte Ilka Schulte ihrem Ehemann Thorben und startete am 09. Oktober 2021 zu ihrem 1. Alleinflug. Die an diesem Tag verantwortliche Fluglehrerin des Luftsportverein Rinteln (LSV), Christine Grote meinte, dass Ilka heute fit sei für den Alleinflug. Auch der 2. Fluglehrer bestätigte nach dem obligatorischen Überprüfungsflug diese Meinung. Am Ende des Flugtages absolvierte Ilka Schulte dann unter der Aufsicht ihrer Fluglehrer und den gestrengen Augen ihres Ehemannes die ersten Alleinflüge. Sie legte ihre Flüge zur vollsten Zufriedenheit der Fluglehrer ab und stieg sichtlich stolz nach der Landung aus "ihrem  Segelflugzeug", der ASK21.

Durch einen Bericht in der örtlichen Presse ist das Ehepaar Ilka und Thorben Schulte über das Angebot eines Schnupperkurses auf den Luftsportverein Rinteln und das Segelfliegen aufmerksam geworden.

Wie bereits berichtet, haben beide Interessierten im Sommer 2020 schon nach den ersten Flügen entschieden, dass es bei den Schnupperflügen nicht bleiben würde und haben mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten begonnen.

Nach dem Flugbetriebsende erhielt Ilka Schulte aus den Händen ihrer Fluglehrerin Christine Grote den traditionellen Feld-Blumenstrauss und ihre erste Segelflugschwinge überreicht. Jetzt heisst es auch für sie, weitere fliegerische Erfahrungen zu sammeln, um dann auf ein einsitziges Segelflugzeug umzusteigen. Im bevorstehenden Winterhalbjahr wird dann die Theorie mit den anderen Flugschülern gebüffelt, die von den 10 ehrenamtlichen LSV-Fluglehrern durchgeführt wird.

Ausbildungserfolg beim LSV Rinteln

Stephan Beck überreicht Thorben Schulte die erste Segelflugschwinge

Thorben Schulte macht seinen 1. Alleinflug

Durch den Artikel in der örtlichen Presse über das Angebot eines Schnupperkurses sind Ilka und Thorben Schulte auf den Luftsportverein Rinteln (LSV) und das Segelfliegen aufmerksam geworden. Im Sommer 2020 haben dann beide Fluginteressenten bereits nach den ersten Flügen festgestellt, dass es bei den Schnupperflügen nicht bleibt und haben mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten begonnen.

Am 25.September 2021 war es dann für Thorben Schulte so weit, der 1. Alleinflug stand an. Nachdem ein 2. Fluglehrer mit ihm einen Überprüfungsstart gemacht hatte, gab der an diesem Tag verantwortliche Fluglehrer Stephan Beck ebenfalls grünes Licht. Zum Ende des Flugtages absolvierte Thorben Schulte dann unter der Aufsicht seiner Fluglehrer und den gestrengen Augen seiner Ehefrau seine ersten Alleinflüge. Mit Bravour absolvierte er diese und seine Fluglehrer hatten nichts zu beanstanden.

Nach dem Flugbetriebsende erhielt Thorben Schulte aus den Händen von seinem Fluglehrer Stephan Beck den obligatorischen Feld - Blumenstrauss und seine erste Schwinge überreicht. Jetzt heisst es für Thorben Schulte, weitere fliegerische Erfahrungen zu sammeln, um dann auf ein einsitziges Segelflugzeug umzusteigen. Ausserdem geht er davon aus, dass seine Ehefrau in Kürze auch ihren ersten Alleinflug absolvieren wird.

Jahreshauptversammlung beim Luftsportverein Rinteln e.V.

Der wiedergewählte Vorstand v.l.n.r. Willi Wielage (Schatzmeister), Stephan Beck (1.Vors.) und Dieter Vogt (2.Vors.)
Dank an Josef-Theo Schumacher v.l.n.r. Stephan Beck und Josef-Theo Schumacher
Die neuen Ehrenmitglieder des LSV v.l.n.r. Gudrun und Eckhard Anderten, Gerd Bullerdieck. Nicht auf dem Foto : Volker Judas

Vier langjährige Vereinsmitglieder zu Ehrenmitglieder ernannt 

Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung hatte der 1. Vorsitzende Stephan Beck die freudige Aufgabe, vier langjährige Vereinsmitglieder zu ihrer 50 jährigen Vereinszugehörigkeit zu gratulieren. Damit verbunden ist die Ehrenmitgliedschaft für Gudrun und Eckhard Anderten, Gerd Bullerdieck und Volker Judas. 

Anschließend sprach der 1. Vorsitzende des Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) die vielen ehrenamtlich durchgeführten Arbeiten von den Vereinsmitgliedern an den Gebäuden, Flugzeugen und Fahrzeugen an. Ohne deren Mithilfe und tatkräftigen Unterstützungen wäre der hohe Aufwand für die Unterhaltung der Gebäude und Flugzeuge nicht zu bewältigen. Die größten Projekte waren die Begradigung des östlichen Landefeldes für die Segelflugzeuge und die Errichtung eines "Carportes" für die vereinseigene Walze. In diesem Zusammenhang wurden Josef-Theo Schumacher und Cristoph Bäßler für ihren Einsatz besonders gedankt. Auffallend ist, dass vermehrt Prüftermine jeglicher Art seitens des Landkreises durchzuführen sind. Die für das Winterhalbjahr 2020/2021 geplanten Veranstaltungen mussten leider coronabedingt abgesagt werden. Man hofft, das in diesem Jahr wieder Veranstaltungen im Winter angeboten werden können, um die Gemeinschaft der Flieger beisammen zu halten.

Das FlyIn von selbstgebauten Flugzeugen und Oldtimern im September 2020 litt unter dem schlechten Wetter. Dieses Jahr meinte es der Wettergott aber Anfang September mit den Organisatoren rund um Ralf Twellmann gut und es konnten viele Oldtimer auf dem Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln begrüßt werden. 

Besonders stolz ist der Verein natürlich auf seine Leistungsflieger, die dieses Jahr erneut den Titel nach 2019 und 2020 verteidigen konnten und somit zum dritten Mal in Folge den Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der 1. Segelflug-Bundesliga in die Weserstadt nach Rinteln holen konnten. Sie haben damit ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte des LSV geschrieben. 

Aber auch von einer recht aktiven Schülergruppe wusste der Ausbildungsleiter Norbert Siebert zu berichten, die von zehn Fluglehrern ehrenamtlich und engagiert ausgebildet werden. Das Angebot eines Schnupperkurses, welcher in der Presse 2019 beworben wurde, ist recht positiv aufgenommen worden. Für die neue Saison 2022 ist geplant, dies zu wiederholen.

Der 2. Vorsitzende Dieter Vogt berichtete von einer erfolgreichen und unfallfreien Flugsaison in 2020 und einer guten Ausnutzung der Segelflugzeuge, allen voran die Einsitzer. In der nächsten Saison soll die Ausbildung zum Windenfahrer forciert werden. Im letzten Jahr und auch aktuell ist ein Rückgang der Windenstarts zu verzeichnen, da nicht an jedem Wochenende ein Windenfahrer zur Verfügung stand. 

Die Jahresnachprüfung der Segelflugzeuge im Frühjahr 2021 war ohne Beanstandungen erfolgt und alle Flugzeuge sind wieder einsatzbereit ebenso wie die Winde. 

Dieter Vogt gratulierte folgenden Siegern der Flugsaison 2020 :

Schlepppilot des Jahres: Karsten Fahrenkamp mit 239 Schlepps
Windenfahrer des Jahres: Adrian Glauner mit 42 Schlepps
Streckenflieger des Jahres: Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker über 905 km

Schatzmeister Wilhelm Wielage gab der Versammlung Auskunft über die finanzielle Situation des Vereins. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Vorstand, dass sie mit den Vereinsgeldern umsichtig umgehen und sich an den aufgestellten Haushaltsplan gehalten haben. Der Verein steht finanziell auf einem gesicherten Fundament. Besonders gedankt wurde Elke Diekwisch für die professionelle Buchführung. 

Bei den Neuwahlen wurde Stephan Beck einstimmig als 1. Vorsitzender wieder gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder, Dieter Vogt als 2. Vorsitzender und Wilhelm Wielage als Schatzmeister, wurden ebenfalls einstimmig wiedergewählt. Für 2021 wünscht der 1. Vorsitzende Stephan Beck den Anwesenden noch eine weiterhin fliegerisch erfolgreiche und unfallfreie Restsaison. 

Im nächsten Jahr soll die Jahreshauptversammlung dann wieder im März, wie in den vergangenen Jahren, stattfinden. 

FlyIn beim Luftsportverein Rinteln

Blick von oben auf das Geschehen

Viele selbstgebaute Motorflugzeuge und Oldtimer konnten bestaunt werden

Der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) hatte zu einem FlyIn von selbstgebauten Motor und Oldtimerflugzeugen am 04. September nach Rinteln eingeladen. Nachdem im letzten Jahr die Veranstaltung unter dem schlechten Wetter gelitten hatte, war diesmal der Wettergott auf der Seite der Organisatoren rund um Ralf Twellmann. In der Oskar Ursinus Vereinigung (OUV/Selbstbauvereinigung) sind die Besitzer dieser Flugzeuge organisiert und treffen sich in unregelmäßigen Abständen an wechselnden Flugplätzen zum Erfahrungsaustausch und stellen ihre Flugzeuge am Boden und in der Luft vor.

Viele Piloten hatten sich auf den Weg nach Rinteln gemacht, zumal auch die Sonne zu einem Ausflug mit ihren "Schätzen" lockte. Darüberhinaus waren zu Beginn der Flugsaison manche Flugveranstaltungen coronabedingt ausgefallen und die Flugzeuge wollten jetzt unbedingt an den Himmel! Ein Augenschmaus war der Überflug mit anschießender Landung einer 5er Formation bestehend aus einer Chipmunk, zwei Stark Turbulent und zwei Stampe SV4 aus Nordhorn-Lingen. Es hatten sich auch Crews aus Süddeutschland angekündigt, die aber auf Höhe Kassel wetterbedingt umkehren mussten. Trotzdem zählten die Organisatoren an die 45 Maschinen, die den Weg nach Rinteln auf sich genommen hatten. Darunter waren drei Stark Turbulent vertreten. Ferner steht eine weitere Turbulent in Rinteln beim Initiator dieses FlyIns kurz vor der Vollendung des Neuaufbaus. 

Der Konstrukteur dieser Maschinen, Wilhelm Stark aus Minden, ließ es sich nicht nehmen, trotz seiner 101 Jahre persönlich vor Ort zu sein, um seine "Babies" im Fluge und am Boden von der Terrasse aus zu bewundern. Besonders erfreut war man von dem Besuch des weltgrößten Doppeldeckers, einer Antonow AN 2, eine russische Konstruktion, die in Bielefeld stationiert ist. Ein immer wieder gern gesehenes Flugzeug auf Luftfahrtveranstaltungen. Zu den ältesten Flugzeugen gehörten eine Aeronca und Piper PA18 aus den 1940er Jahren. Viele Fachgespräche sind bei Kaffee und Kuchen geführt worden und auch über die Problematik der Beschaffung von Original Ersatzteilen. 

Der Abend klang mit der Abschlussfeier der Segelflug-Bundesligasaison unter Beachtung der Corona-Auflagen aus. Die auswärtigen Piloten waren von der lockeren Atmosphäre und dem freundlichen Empfang begeistert. Bevor es dann wieder zurück zu den Heimatflugplätzen ging, wurde vereinbart, dass dieses FlyIn im nächsten wieder stattfinden soll. 

Hier geht es zur Fotogalerie

Fotos : Stephan Kopelke und Karsten Fahrenkamp 

Antonow AN 2 im Landeanflug
5-er Formation im Landeanflug
Blick auf die Flight

Jan-Henrik Dietz macht seinen 1.Alleinflug

Christine Grote und Jan-Henrik Dietz

LSV bietet Schnupperkurse an

Über einen Schnupperkurs im Jahr 2019, angeboten vom hiesigen Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV), fand Jan-Henrik Dietz seinen Weg zum Segelfliegen. Coronabedingt begann er aber mit der Ausbildung erst in diesem Jahr. An jedem freien Wochenende hat er unter Aufsicht von den ehrenamtlichen und hoch engagierten Fluglehrern des LSV seine Schulflüge unternommen. Sein Traum ist, eines Tages das Segelflugzeug eigenverantwortlich im dreidimensionalen Raum zu bewegen, die herrliche Aussicht auf das Weserbergland und das Gefühl "Frei wie ein Vogel zu sein", zu genießen.

Am 05. September 2021 war es dann endlich so weit. Christine Grote, die an diesem Sonntag seine Fluglehrerin war, entschied, das sich Jan-Henrik heute "freifliegen" sollte. Ulrich Gmelin als zweiter Fluglehrer gab ebenfalls grünes Licht, nachdem beide nochmals mit Jan-Henrik einen Überprüfungsflug gemacht hatten. Unter ihrer Aufsicht hat er seine 3 ersten Alleinflüge mit Bravour und zu ihrer vollsten Zufriedenheit gemeistert. Sichtlich Stolz und erleichtert stieg er nach seinem ersten Alleinflug aus dem Segelflugzeug aus und schaute auf den 2. Sitzplatz aber der war leer; kein Fluglehrer saß da. Er war tatsächlich allein geflogen, was für ein Gefühl!

Zum Abschluss des Flugtages bekam Jan-Henrik Dietz seine erste Schwinge und den obligatorischen Feld-Blumenstrauss aus den Händen seiner Fluglehrerin Christine Grote im Beisein seiner Fliegerkameraden ausgehändigt. Jetzt heisst es für ihn, weitere fliegerische Erfahrungen unter der Aufsicht der LSV-Fluglehrer zu sammeln, um dann bald auf ein einsitziges Segelflugzeug umzusteigen.

Die Fliegerkameraden des Luftsportverein Rinteln wünschen ihm alles Gute für seine fliegerische Zukunft. 

Der Luftsportverein Rinteln bietet 4-wöchige Schnupperkurse an, um einmal in dieses tolle Hobby hinein zu schnuppern.

70 Jahre Luftsportverein Rinteln e.V.

Taufe des Bergfalken Mü 13 E auf den Namen "Stadt Rinteln" 1952 unter großer Anteilnahme der Rintelner Bevölkerung
Hallenansicht mit Vorplatz im Jahr 1960
Damenriege beim säubern der Ka 7 / v.l.n.r. H.Behnert, K.Lindenlaub und U.Stadelmann
Teilnehmer am Deutschlandflug 1969
Teilnehmer am Deutschlandflug 1969
Hallenansicht mit Tower im Jahr 1960

Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des LSV

 

Am 25. Juli 1951 schlossen sich die Ortsgruppen Hessisch-Oldendorf, Exten, Bad Eilsen, Obernkirchen und Rinteln zusammen und gründeten die "Luftsportvereinigung Grafschaft Schaumburg". Schon vor Freigabe der allgemeinen Lufthoheit in der Bundesrepublik Deutschland hatten sich Flugbegeisterte, illegalerweise, in den vorgenannten Gruppen zusammengeschlossen.

Der Start war natürlich seinerzeit recht beschwerlich. Es waren weder Werkstätten, noch ein Flugplatz geschweige denn Flugzeuge vorhanden. In den Ortsgruppen waren zwar diverse Segelflugzeuge im Bau, u.a. ein Grunau Baby, welches aber halbfertig verkauft wurde. Da man zu der Erkenntnis kam, dass die Eigenbauaktivitäten zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden, entschloss man sich zum Ankauf eines Doppelsitzer vom Typ Bergfalke Mü 13 E aus industrieller Herstellung. Finanziert wurde der Ankauf u.a. durch eine Blutspendeaktion, Verkauf von "Bausteinen" (Spenden) und später mit Gastflügen auf Flugtagen ausserhalb von Rinteln.

Der Bergfalke, mit Taufnamen "Stadt Rinteln", startete am 09. Mai 1952 zum ersten Flug über seiner neuen Heimat von dem Feldweg Bruchwiesenweg, südwestlich von Rinteln gelegen. Die Taufe fand unter großer Teilnahme der Rintelner Bevölkerung statt.

Unterstützung erhielten die Rintelner Segelflieger auch durch die Segelflugschule der britischen Streitkräfte. Sie richteten 1951 einen Großflugtag in Fuhlen bei Hessisch-Oldendorf aus und stellten hierzu einen Kranich II, eine Weihe, einen SG 38 und eine Seilwinde zur Verfügung. Die bekannte Fliegerin Elly Beinhorn stattete der Veranstaltung einen Besuch ab und bereits am Vorabend hatte Hanna Reitsch in Rinteln einen Vortrag über die Fliegerei gehalten. 

Die Stadt Rinteln stellte bereits in den 50er Jahren das Gelände "Weserwiesen" für den künftigen Flugplatz zur Verfügung. Im Jahre 1959 wurde dieses Gelände  dann im Rahmen eines Pachtvertrages an die Rintelner Segelflieger übertragen. 

Am Flugplatz war man ständig mit dem Neubau von Flugzeughallen oder deren Umbau sowie Erweiterungen beschäftigt. Die fliegerischen Aktivitäten wurden dabei aber nicht vernachlässigt und im Jahr 1958 fand der erste Ausbildungslehrgang in Rinteln statt. Ferner baute man in den Jahren 1954 bis 1967 insgesamt drei Winden in Eigenregie. Die zuletzt gebaute Winde ist nach diversen Modifikationen noch immer im Einsatz. Bereits im Jahre 1960 entschloss sich der Verein, eine 20x25 m große Flugzeughalle zu erstellen, obwohl nur ein Segelflugzeug vorhanden war. Diese Halle dient noch heute unverändert als Unterstellmöglichkeit für das Vereinsgerät. 

Im September 1964 erhielten die Rintelner Weserwiesen die Zulassung als Verkehrslandeplatz. Ein Jahr darauf wurde die befestigte Start- und Landebahn erstellt.

Bei den fliegerische Leistungen muss man den ersten Wellensegelflug im Weserbergland von Fredo Kallmeyer im Herbst 1956 mit dem Bergfalken auf 1.400 m erwähnen. Bereits im Jahr 1962 verfügte der Verein neben der Mü 13 noch über eine Ka 7. Weiter standen eine Ka 8 und ein L-Spatz aus Privatbesitz dem Verein zur fliegerischen Mitbenutzung zur Verfügung. 

Mit Helga Behnert und Karin Lindenlaub stellten zwei LSV-Pilotinnen 1968 einen Deutschen Streckenflugrekord für Doppelsitzer, Klasse Damen, auf. Diesen stellten Helga Behnert und Anne Hartmann 1975 mit einem 190 km Flug ein. Jochen Kuhlmann flog 1982 mit 550 km die bisher weiteste Strecke vom Flugplatz Rinteln aus. Inzwischen ist dieser Vereinsrekord von Stephan Beck und Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker im Jahr 2017 mit 1017 km bzw. 1057 km überboten worden. Die Rintelner Piloten nahmen in den Jahren an diversen Meisterschaften teil und ihre Platzierungen konnten sich durchaus sehen lassen. Am jetzigen Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln richteten sie Landesmeisterschaften und Segelfluglehrgänge aus. Selbst war der Verein aber auch auf in- und ausländischen Segelflugplätzen zu einem Fliegerlager zu Gast.

Im Rahmen des Deutschlandfluges landeten 1969 an die 200 Maschinen in Rinteln und auch in den Folgejahren wurde der Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln häufig als Etappenziel auserkoren.

Das erste Motorflugzeug sowie die ersten Funkgeräte wurden im Jahr 1967 angeschafft. Erst 5 Jahre später entschloss man sich, Rettungsfallschirme anzuschaffen. Die Segelflugzeugflotte wurde ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Im Jahr 1975 schaffte der Verein mit dem Astir CS das erste Segelflugzeug in Kunststoffbauweise an. Der erste Doppelsitzer mit einem Klapptriebwerk (Rückkehrhilfe) wurde in 1991 an den Verein ausgeliefert. 1974 wurde das vorhandene Schleppflugzeug, eine Morane, gegen eine Remorqueur DR 40, Kennzeichen D-EEIM, ausgetauscht. Die D-EEIM versieht noch heute anstandslos ihren Dienst und zieht die Rintelner Segelflugzeuge an den Himmel zu ihren Überlandflügen.

Mit dem 23. September 1972 wird der schwärzestes Tag in der Geschichte des Luftsportverein Rinteln geschrieben. Alfred Kallmeyer, langjähriges Vorstandsmitglied, Fluglehrer und Präsident der Luftsportvereinigung Grafschaft Schaumburg und sein Sohn Ralph verunglückten auf tragische Weise tödlich mit einem Segelflugzeug in der Nähe des Klosters Möllenbeck.

1984 benannte sich die "Luftsportvereinigung Grafschaft Schaumburg" um und führt seit dem den Namen "Luftsportverein Rinteln e.V." (LSV) . 

Die Landschaft um Rinteln herum wurde 1994 von einem bisher nicht dagewesenen Hochwasser heimgesucht. In den Medien wurde hierüber ausgiebig berichtet. Auch der Flugplatz incl. der Flugzeughallen stand komplett unter Wasser und Dank einiger weniger Vereinsmitglieder konnte hier ein größerer Schaden vermieden werden. Die Segelflugzeuge hatte man mit Hilfe der Transportanhänger rechtzeitig aus der Gefahrenzone gebracht und die Motorflugzeuge aufgebockt.   

Aktuell verfügt der LSV Rinteln über 5 vereinseigene Segelflugzeuge, ein Motorflugzeug und einen Motorsegler. In den Reihen der Rintelner Luftsportler befinden sich Teilnehmer/innen an Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften. Mit Christine Grote befindet sich die amtierende Vize-Weltmeisterin in der Clubklasse in den Reihen der Rintelner Piloten. Die Leistungsflieger des LSV fliegen seit 2014 in der ersten Segelflug-Bundesliga und belegten hier immer Plätze unter den TopTen. Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in den Jahren 2019 und 2020 schrieben sie ein neues Kapitel in der Geschichte des Luftsportverein Rinteln e.V..

Aus heutiger Sicht muss man einfach vor der damaligen Aufbaugeneration den Hut ziehen. Mit welchem Eifer, Einsatz, Ideenreichtum und Weitsicht sie den Flugplatz mit all seinen Gebäuden, Flugzeugen und Fahrzeugen erschaffen haben, ist schon beachtlich. Hiervon profitiert der Luftsportverein Rinteln noch heute. Für die jetzigen und zukünftigen Vereinsmitglieder heisst dies natürlich, die von den Vorgängern geschaffenen Werte zu erhalten und stets auf dem neuesten Stand zu halten, sei es nun in technischer oder baulicher Hinsicht.

Dies ist nur ein kleiner Rückblick auf die vielseitige Geschichte des in Rinteln ansässigen Luftsportvereins. Sicherlich gibt es noch einige Punkte die erwähnenswert wären aber dies würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Der Verfasser möchte sich bei Leo Stewing für die erstellte Chronik aus Anlass des 50-jährigen LSV Jubiläums bedanken, aus dem hier einiges wiedergegeben worden ist.

Die "Rennmaschinen" warten auf ihren Einsatz.
Das Team LSV Rinteln "Deutscher Meister 2020".
Die Punktesammler 2020: Rolf Bödeker und Reinhard Schramme

Titelverteidigung vorerst verschoben

Rintelner Segelflieger starten Mitte Mai zu ihren Wertungsflügen 

Gäbe es nicht die Corona-Pandemie, dann wären die Wertungsflüge in der 1. und 2. Segelflug-Bundesliga sowie in den Qualifikationsligen bereits am 3. April-Wochenende gestartet. Jetzt beginnt die Saison für die Ligapiloten der teilnehmenden Vereine am Wochenende 15./16. Mai und erstreckt sich auf verkürzte 15 Runden, sodass am 21./22. August 2021 der neue Deutsche Meister in der 1. Segelflug-Bundesliga feststehen wird. 

Die Leistungspiloten des Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) starten in die neue Saison als Titelverteidiger und werden alles daran setzen, um den Titel des Deutschen Meisters in der 1. Segelflug–Bundesliga wieder nach Rinteln zu holen. Normalerweise werden die Meister sowie die Auf-und Absteiger aus den einzelnen Ligen in 19 Wertungsrunden erflogen. Eine Wertungsrunde erstreckt sich über ein Wochenende und jeweils die 3 schnellsten zurückgelegten Flüge eines Vereins vom Samstag oder Sonntag kommen in die Wertung. 

Weitere Informationen zum Ablauf der Segelflug-Bundesliga erhält man auf der Homepage des LSV Rinteln unter www.lsv-rinteln.de. Ferner werden hier auch die Ergebnisse von den jeweiligen Wertungsrunden nachzulesen sein. Bereits seit Ostern trainieren die Leistungspiloten des LSV wieder und haben schon schöne Flüge über längere Distanzen zurücklegen können. Übereinstimmend stellten sie fest, dass es bereits thermisch hervorragend zu fliegen sei. 

Die Flugschüler des LSV müssen coronabedingt noch auf den Beginn ihrer Schulungsflüge warten. Ebenso sind z.Zt. leider noch keine Gästeflüge möglich. Der LSV Rinteln geht aber davon aus, dass auch dies in naher Zukunft wieder möglich sein wird. 

Erfolgreiche Flugsaison der Rintelner Segelflieger

Urkunde für Christine Grote: 3. Platz DMST Frauen-Streckensegelflug
Rolf Bödeker, Co-Pilot von Reinhard Schramme, in seinem Astir

Wartung der Segelflugzeuge unter erschwerten Bedingungen

Trotz der durch Corona verkürzten Segelflugsaison kann der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) in diesem Jahr wieder einige bemerkenswerte Erfolge verzeichnen.

So gewann Christine Grote, die seit Mitte 2020 beim LSV beheimatet ist, bei der Frauen-Weltmeisterschaft Anfang des Jahres in Australien den 2. Platz in der Clubklasse und darf sich nunmehr Vize-Weltmeisterin nennen. Im Juli stellte sie den 6 Jahre alten bestehenden Klassenrekord-Geschwindigkeit über das 750 km FAI-Dreieck ein. In der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug der Frauen belegt sie den 3. Platz. Auf Landesebene Niedersachsen gewann sie die Frauenwertung sowie auch die Einzelwertung in der Standardklasse. Bernd Goretzki tat es ihr gleich und gewann auf Landesebene die 18-Meter-Klasse der Männer und die Rintelner Piloten belegen hier in der Vereinswertung Platz 5.

Das Highlight war in 2020 natürlich die Titelverteidigung des Deutschen Meister in der 1. Segelflug-Bundesliga. Weltweit belegen die Rintelner Wolkenjäger hier den 3. Platz mit 4.226,63 Punkten. Auf Platz 1 befindet sich der Soaring Club Minden (USA) mit 5.159,42 Punkten gefolgt von der Soaring Society of Boulder (USA) mit 4.443,08 Punkten. 

Reinhard Schramme errang in diesem Jahr in der Kategorie "Speed-Champion" mit 792,06 Speedpunkten den 1. Platz. Hier werden die 6 schnellsten Flüge eines Piloten über ein Zeitfenster von 2½ Stunden ermittelt und zu einer Gesamt-Speed zusammengefasst. Den schnellsten Flug absolvierte Reinhard Schramme mit Co-Pilot Rolf Bödeker am 29. Juli von Rinteln aus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160,28 km/h über eine Distanz von 400,69 km. Zeitweise jagde er seinen Arcus mit 200 km/h unter den Wolken entlang. Platz 2 belegt Maximilian Dorsch vom AC Bamberg mit 787, 41 Punkten, gefolgt von Eric Schneider (FSG Hammelburg) mit 767,45 Punkten. Europaweit belegt Reinhard Schramme hier den 6. Platz. Diesen Wettbewerb gewann Frerk Frommholz und auf Platz 4 landet Bernd Goretzki. Die beiden vorgenannten LSV Piloten starteten zu ihren schnellen Flügen von spanischen Flugplätzen. Weltweit belegen die LSV Piloten Carsten Kopsieker Platz 4 und Reinhard Schramme den 6.Platz. Zu den hier zugrunde gelegten Flügen starteten sie in Namibia von der Segelfliegerfarm Bitterwasser aus.

Aber auch der Rintelner Nachwuchs lässt aufhorchen. Die Zwillinge Ole und Malte Bachmann haben seit der Saison 2016 für ihren Luftfahrerschein fleissig geübt und gelernt. Pfingsten 2019 haben sie dann ihren Luftfahrerschein nach erfolgreicher Prüfung ausgehändigt bekommen und 2020 ging es dann auf einen Streckenflug-Lehrgang nach Varrelbusch bei Cloppenburg. Hier erfüllten die Zwillinge die letzten fehlenden Bedingungen für das Silberne Segelflieger Leistungsabzeichen "Silber C", verliehen durch den Deutschen Aero Club. Die Bedingungen sind ein Dauerflug von mindestens 5 Stunden Flugzeit, ein Streckenflug von mindestens 50 km und eine Startüberhöhung von mindestens 1000 Meter. Das Leistungsabzeichen bekamen sie von ihrer Mutter Katja Bachmann, Mitarbeiterin des DAEC, ausgehändigt.

In den Wintermonaten stehen beim LSV die Wartungsarbeiten an den Segelflugzeugen und den Startgeräten wie z.B. der Winde auf dem Terminkalender. Alles muss rechtzeitig zu der im März 2021 stattfindenden Jahresnachprüfung fertig sein. In diesem Winter gestaltet sich alles etwas schwieriger auf Grund der coronabedingten Auflagen. Ein detailierter Anwesenheitsplan ist zwingend erforderlich, damit nicht zu viele Vereinsmitlieder vor Ort sind. Aber man ist trotz allem im Zeitplan und alle Vereinsmitglieder hoffen, dass es in 2021 wieder zu einem normalen Flugbetrieb kommen wird und auch alle anderen Sportarten wieder unter den normalen Bedingungen betrieben werden können.

LSV Rinteln e.V. Deutscher Meister 2020 – Neue Hoodies statt großer Meisterfeier

Neuer Hoodie Vorder– und Rückseite (die zwei Sterne stehen für den zweimaligen Gewinn der 1. Segelflug-BL)
Begradigtes Landesfeld
Kneipenfenster mit Schriftzug "Deutscher Meister 2020"

Dass das Corona-Virus auch die Segelflugvereine in Deutschland erreicht und das Vereinsleben massiv einschränkt, haben wir schon zu Beginn der Saison gemerkt. Nicht nur, dass die Bundesliga-Saison 2020 nicht planmäßig starten konnte; der gesamte Flugbetrieb ruhte bis in den Mai. Es sollte dann noch bis zum 30. Mai dauern, bevor der Titelverteidiger in die lang herbeigesehnte Bundesliga-Saison starten konnte. Die Pilotinnen und Piloten waren motiviert bis in die Haarspitzen, sollte der Titel doch verteidigt werden. Und schon nach der 2. Runde hatten die Niedersachsen die Tabellenspitze übernommen und sollten diese Position bis zum Ende auch nicht mehr abgeben und das, ohne auch nur eine Runde selbst gewonnen zu haben. (Die Berichte über die geflogenen 13 Runden findet ihr hier). Und so war die Ligasaison schneller vorbei als gedacht. Nur das Corona-Virus war noch da.

Nach Durchsicht der gültigen Verordnung war dem Vorstand des Vereins schnell klar, dass es eine Meisterfeier wie im letzten Jahr auf keinen Fall geben konnte. Daher versammelten sich die Rintelner Pilotinnen und Piloten am Abend des 5. September nach dem jährlichen Oldtimer-Fly in (Bericht und Bilder hier) auf der Terrasse vor dem Vereinsheim zu einem kleinen Umtrunk mit Gegrilltem. In einer kleinen Ansprache dankte der 1. Vorsitzende Stephan Beck allen Pilotinnen und Piloten, den Helfern am Boden und der Presseabteilung in Person von Ulrich Kaiser und Dieter Vogt, die jede Woche Berichte in der örtlichen Presse und bei den Sport-Onlineportalen unterbringen konnten und damit das Interesse am LSV und unserem Sport in die breite Bevölkerung trugen. Ein besonderer Dank ging an Reinhard Schramme, der die Mannschaft immer wieder motivierte, stets ein gutes Händchen für Flugweg und Taktik hatte, und immer mit gutem Beispiel voranflog. Rückblickend fasste "der Käpt'n" die Saison und den Grund für den Erfolg so zusammen:

"Von Beginn an war das Wohlfühlklima im Verein außergewöhnlich und spürbar. Jeder hatte Interesse und zeigte Herz für die Sache - Bundesligafliegen! Wir haben es gemeinsam gelebt. Das Wir-Gefühl und Motivation pur über die komplette Saison!“

Im Anschluss ließen die Pilotinnen und Piloten in kleinen Runden die Saison Revue passieren und die spannendsten Situationen wurden erneut durchlebt, die stärksten Bärte noch einmal ausgekurbelt und die längsten Wolkenstraßen noch einmal abgeflogen...

Zwei Tage später rückte der Bautrupp zur Begradigung des östlichen Landefeldes an, was den Flugbetrieb etwas einschränkt, aber die Flugsaison ist ja fast vorbei - nur das Corona-Virus ist noch da.