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News des LSV Rinteln

Pilotenausbildung über Rinteln

Fliegen ist ein uralter Menschheitstraum. In der griechischen Sagenwelt flog Ikarus mit einer Flügelkonstruktion aus Federn und Wachs gen Himmel. Doch er kam der Sonne zu nah, das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer.

Seither wurde mit viel Erfindungs- und Abenteuergeist versucht, es besser zu machen. Die heutigen Segelflugzeuge können 1000 km und mehr nur mit Hilfe der Natur fliegen.

Fragen an Bernd Konitz, den Ausbildungsleiter im Luftsportverein Rinteln e.V.:

  • Was ist eigentlich das Faszinierende am Segelfliegen?

    Die Welt von oben zu erleben und unter Ausnutzung der Sonnen- und Windenergie weite Strecken ohne Motor zurück legen zu können - einfach das Gefühl von Freiheit zu genießen – das ist das Faszinierende am Segelfliegen. Auch Technik- und Naturbegeisterte werden vom Segelfliegen fasziniert sein.


  • Gibt es Altersgrenzen?

    Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene können Segelflieger werden, sofern es der Fliegerarzt erlaubt. Der Luftfahrerschein wird allerdings erst am 16. Geburtstag ausgehändigt, auch wenn die Prüfung schon vorher abgelegt wurde.


  • Gibt es einen Flugführerschein?

    Ja, nur heißt er Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer. Man bekommt ihn nach einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung, die sich in mehrere Abschnitte gliedert.

    Der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) hat 8 ehrenamtliche Fluglehrer, die von April bis Oktober an den Wochenenden und Feiertagen für die Ausbildung zur Verfügung stehen.

    In den Wintermonaten findet ein Theorieunterricht für die Flugschüler statt.

    Die A- Prüfung beendet den ersten Ausbildungsabschnitt mit drei Flügen ohne Fluglehrer. Bei der B- und der C- Prüfung sind weitere fliegerische Fähigkeiten nachzuweisen. Erst dann steht die staatliche Luftfahrerscheinprüfung an, die die Ausbildung abschließt.


  • Brauche ich ein eigenes Segelflugzeug?

    Nein! Als Mitglied in einem Verein nutzt man die vereinseigenen Segelflugzeuge. Der LSV Rinteln verfügt über fünf Segelflugzeuge.


  • Welche Kosten fallen für die Ausbildung an?

    Grob über den Daumen werden sich die Kosten für die Ausbildung auf ca. 1.500 bis 2.000 Euro belaufen, allerdings verteilen sich diese je nach Engagement auf einen Zeitraum von ca. 2 – 3 Jahren.


  • Wann kann ich mit der Ausbildung anfangen?

    Mit der Ausbildung zum Segelflieger kann jederzeit begonnen werden. Am Sinnvollsten ist es zum Beginn einer Flugsaison.

    Wir bieten für Interessierte auch Schnupperkurse an, bei denen mit einem erfahrenen Fluglehrer erste Flugeindrücke gesammelt werden können.

    Um Segelflieger zu werden, ist es nie zu spät - Voraussetzung ist das O.K. vom Fliegerarzt. Weitere Informationen bekommt man auf der Homepage des LSV Rinteln e.V. (www.lsv-rinteln.de) oder kommt am Wochenende auf den Flugplatz und spricht uns einfach an.

    Das Interview mit Bernd Konitz führte Dieter Vogt ( Pressewart LSV ).

Ausbildungsleiter Bernd Konitz
So strahlt man nach den ersten 3 Alleinflügen. Adrian Glauner zwischen seinen 2 Fluglehrern Norbert Siebert (li.) und Karl-Heinz Pfeiffer (re.).

Aeronca 65 C / Der Käfer der Lüfte

Georg Krause vor seiner Aeronca 65 C
Das Typenschild
Blick in die Pilotenkanzel mit Doppelsteuer
Die Aeronca D-EKKR im Flug

Mit stolzen 80 Jahren fliegt und fliegt sie

Bei der Aeronca 65 C handelt es sich um ein zweisitziges Motorflugzeug, das im Oktober 1938 in den Vereinigten Staaten gebaut wurde und hier zu seinem Erstflug startete. Am 27.Oktober 2018 wurde am Verkehrslandeplatz Rinteln der 80. Geburtstag dieses legendären Oldtimers begangen und gebührend gefeiert.

Bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 km/h, einer Flugzeit von 2,5 Stunden und guten Kurzstart - und Landeeigenschaften war die Aeronca zu der damaligen Zeit eine kleine technische Sensation. Das 65 PS starke Motorflugzeug wurde bis 1946 als Schul – und Kurierflugzeug von der amerikanischen Luftwaffe eingesetzt. Seit 1955 befindet sich das Flugzeug in der Bundesrepublik Deutschland. Auf welchem Weg und wann sie dann von Amerika nach Europa gekommen ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Die Besitzer der Aeronca wechselten häufig. Mitte der 70er Jahre übernahm sie dann Hans Kaiser, der Inhaber des damaligen Luftfahrtechnischen Betrieb (LTB) Kaiser am Verkehrslandeplatz Porta Westfalica; jetzt Porta Air Service. Bevor die Aeronca wieder Luft unter ihren Flächen spüren durfte, war sie zwei Jahre einem Museum in Berlin als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden. Danach lagerte sie weitere neun Jahre in einem stillgelegten Bahnhof, bevor Techniker und Lehrlinge des  LTB Kaiser sie wieder zum Leben erweckten. Die Restauration gestaltete sich damals sehr zeitaufwendig und mühevoll, zumal möglichst nur Originalteile verwendet werden sollten. Teilweise mussten diese aus den USA eingeführt oder selbst hergestellt werden. Im Jahr 1985 erhob sie sich dann wieder an Deutschlands Fliegerhimmel und nahm in dem Jahr u.a. an dem Deutschlandflug von Wilhelmshafen nach Kempten teil. Sie gewann auch diverse Preise bei Oldtimertreffen. 

Seit 2015 gehört dieses Schätzchen Georg - Schorsch - Krause (ehemaliger Mitarbeiter des LTB Kaiser) und ist nunmehr am Verkehrslandeplatz Rinteln im schönen Weserbergland stationiert. Schorsch ist von seiner Aeronca mit der Kennung D-EKKR einfach nur begeistert und erwähnt die hervorragende Verarbeitung, ihre guten Flugeigenschaften und den robusten Motor. "Wenn ich die Aeronca mal ein halbes Jahr nicht geflogen bin; Du drehst den Zündschlüssel um und der Motor springt sofort an" schwärmt der Eigner und ein Lächeln geht über sein Gesicht. Wünschen wir den beiden "Oldtimern" noch viele schöne Flüge und Happy Landings.

 

 

 

Text  : Dieter Vogt
Fotos : Martina Sasse