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News des LSV Rinteln 2022

Konkurrenz für den frühen Vogel / Frühstarts bei den Rintelnern Segelfliegern

Die Sonne noch versteckt hinter Wolkenschleiern.
Hinter dem "Schlepper" der Sonne entgegen.

Normalerweise schiebt beim Luftsportverein Rinteln (LSV) kein Pilot um 4 Uhr morgens die Hallentore auf, denn wir Segelflieger wollen ja Thermik fliegen und die entwickelt sich bekanntlich erst, wenn die Sonne den Erdboden eine ganze Zeit lang erwärmen konnte. An frühen Tagen ist das vielleicht bereits um 9 Uhr der Fall, aber niemals um 5:03!

So dürfen Schüler und Fluglehrer ruhig das bekannte Motto mit dem Vogel und dem Wurm in "Der frühe Vogel kann uns mal!" ändern.

Aber am vergangenen Wochenende sollte es mal anders werden.

Eine motivierte Schüler- und Scheininhabergruppe entschied sich die Schulung bereits um 5 Uhr morgens zu beginnen, um den Moment des Sonnenaufgangs aus der Luft zu genießen. So hoben pünktlich um 5:03 Uhr, zum offiziellen Sonnenaufgangszeitpunkt, kurz hintereinander vier Flugzeuge in Rinteln ab. Leider vereitelte ein kleines Wolkenfeld in den ersten 15 Minuten den magischen Moment, an dem die Sonne am Horizont aufgeht. Als sich die Sonne dann aber über diese Wolken erhob und die Flieger in nahezu ruhiger Luft dahinglitten, gab es sie dann doch noch: die fantastische Sunrise-Stimmung.

Die Piloten müssen jeden Start in ihr "Flugbuch" eintragen und da üblicherweise nicht die Ortszeit eingetragen wird, sondern die internationale Greenwich-Standard-Zeit, bedeutete dies, dass nun alle Teilnehmer der Aktion Flüge mit einer Startzeit von 3 Uhr und ein paar Minuten in ihren Flugbüchern stehen haben.

Bis 9 Uhr wurde munter geschult, bevor dann alle zu einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück pausierten. Der danach weitergeführte Flugbetrieb endete an diesem Sonntag aus verständlichen Gründen bereits etwas früher als normal. Alle Teilnehmer waren sich einig, das dies ein einmaliges Ereignis war und unbedingt im nächsten Jahr wiederholt werden muss.

Traum vom Fliegen erleben

Blick vom Westen auf Rinteln, im Vordergrund der Doktorsee
Blick vom Norden auf den Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln
Blick auf die Weserbrücke und die Rintelner Altstadt

Rintelner Segelflieger bieten einen Schnupperkurs an

Wie besingt es schon Reinhard Mey "Über den Wolken, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein". Sonne, Quellwolken, super Ausblicke und ganz viel Luft unter den Flügeln, das erleben und genießen die Segelflieger des Luftsportvereins Rinteln e.V. (LSV) an fast jedem Wochenende.

Wenn auch Du einmal dieses Gefühl live erleben möchtest, so bietet Dir der LSV hierzu die Möglichkeit in einem Schnupperkurs. Vielleicht findest Du ja Gefallen an diesem wunderbaren Hobby und beginnst mit der Ausbildung zum Piloten für Segelflugzeuge. Oder Du interessierst Dich für einen Beruf im Bereich Luftfahrt, sei es als Pilot einer Airline oder als Fluglotse und machst die ersten Schritte dahin über den Segelflug!

Der kostenlose vierwöchige Kurs findet an den Wochenenden statt. Begonnen werden kann jederzeit in der Zeit von Mai bis Oktober. Unter der Anleitung von ehrenamtlichen Fluglehrern hast Du die Chance ein Segelflugzeug selbst zu steuern. Gestartet wird entweder an der Winde oder hinter einem Motorflugzeug. Maximal 10 Starts sind möglich. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben; lediglich die Starts sind zu bezahlen. Aus Versicherungsgründen müssen die Kursteilnehmer beim Landesverband Niedersachsen angemeldet werden.

Die Ausbildung bis zur Segelfluglizenz dauert bei uns im Verein ca. 2–3 Jahre, je nach Motivation und Teilnahme des Schülers – insofern ist der Schnupperkurs wirklich nur zum "Hereinschnuppern" in unser Hobby gedacht, so der Ausbildungsleiter Norbert Siebert.

Hier ist ein Flyer zum Download veröffentlicht, in dem es weitere Informationen zur Ausbildung gibt. 

Bei weiteren Fragen kann man sich unter info@lsv-rinteln.de an den LSV wenden. Eine vorherige Anmeldung zum Schnupperkurs an die vorgenannte Mailadresse wäre wünschenswert.

Jahreshauptversammlung des Luftsportverein Rinteln e.V.

Der wiedergewählte Vorstand Willi Wielage (Schatzmeister), Stephan Beck (1.Vors.) und Dieter Vogt (2.Vors.) (v.l.n.r.)
Der alte und wiedergewählte 1. und 2. Vorsitzende Stephan Beck und Dieter Vogt (v.l.n.r.)
Das neue Ehrenmitglied Volkhard Bricke (rechts)
Das neue Ehrenmitglied Leo Stewing (rechts)

Umfangreiche Satzungsänderung verabschiedet

Der 1. Vorsitzende des Luftsportverein Rinteln e.V. ( LSV ), Stephan Beck, begrüßte eine Vielzahl von Mitgliedern zur diesjährige Jahreshauptversammlung, die coronabedingt in den Mai verlegt worden war.

Die vielen von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich durchgeführten Arbeiten an den Gebäuden, Flugzeugen und Fahrzeugen wurden von Stephan Beck angesprochen. Ohne deren

Mithilfe und tatkräftige Unterstützung wäre der hohe Aufwand für die Unterhaltung der Gebäude und Flugzeuge nicht zu bewältigen. Bei der Winterarbeit war das größte Projekte der Einbau von Haubenblitzern in die Segelflugzeuge, die zur Erhöhung der Flugsicherheit beitragen werden. Bedauert wurde von ihm, das die für das Winterhalbjahr 2021/2022 geplanten Veranstaltungen leider coronabedingt abgesagt werden mussten. Bei dem FlyIn von selbstgebauten Flugzeugen und Oldtimern im September 2021 meinte es der Wettergott aber mit den Organisatoren gut und so konnten viele Piloten mit ihren Oldtimern auf dem Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln begrüßt werden. Über dieses Event wurde sogar überregional berichtet.

Der 2. Vorsitzende Dieter Vogt durfte von einer erfolgreichen und unfallfreien Flugsaison in 2021 berichten, wobei es bei der Ausnutzung der Segelflugzeuge aber noch Luft nach oben gibt. Erfreulich ist, das die Starts mit der Winde enorm zugenommen haben und auch einige Vereinsmitglieder als Windenfahrer reaktiviert werden konnten. Im Hinblick auf die steigenden Spritpreise wird die Winde zukünftig wohl mehr zum Einsatz kommen. Die Jahresnachprüfung der Segelflugzeuge im Frühjahr 2022 erfolgte ohne Beanstandungen und alle Flugzeuge sind wieder einsatzbereit ebenso wie die Winde.

Dieter Vogt gratulierte folgenden Siegern der Flugsaison 2021 :

  • Schlepppilot des Jahres : Karsten Fahrenkamp mit 239 Schlepps
  • Windenfahrer des Jahres : Friedhelm Steinkamp mit 150 Schlepps
  • Streckenflieger des Jahres : Reinhard Schramme mit Co-Pilot Volker Fiebig über 754 km

 

Schatzmeister Wilhelm Wielage gab der Versammlung Auskunft über die finanzielle Situation des Vereins. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Vorstand, dass sie mit den Vereinsgeldern umsichtig umgehen und sich an den aufgestellten Haushaltsplan gehalten haben. Der Verein steht finanziell auf einem gesicherten Fundament. Besonders gedankt wurde Elke Diekwisch für die professionelle Buchführung.

Bei den Neuwahlen wurde Stephan Beck einstimmig als 1. Vorsitzender wieder gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder, Dieter Vogt als 2. Vorsitzender und Wilhelm Wielage als Schatzmeister, wurden ebenfalls einstimmig wiedergewählt. Nachdem der Vorstand wieder gewählt worden war, stellte dieser der Versammlung die im Vorfeld angekündigte Satzungsänderung und die moderate Erhöhung des Vereinsbeitrages der Versammlung zur Abstimmung vor. Nach eingehender Diskussion wurden beide Punkte von den Mitgliedern des LSV verabschiedet.

Der 1. Vorsitzende, Stephan Beck, hatte zum Abschluss der Versammlung die freudige Aufgabe, Bernd Konitz für 25-jährige Vereinszugehörigkeit zu beglückwünschen. Ferner konnte er zwei langjährigen Vereinsmitgliedern zu ihrer 50 jährigen Vereinszugehörigkeit gratulieren. Damit verbunden ist die Ehrenmitgliedschaft im LSV Rinteln für Volkhard Bricke und Leo Stewing.

Für 2022 wünscht der 1. Vorsitzende Stephan Beck den Anwesenden noch eine weiterhin fliegerisch erfolgreiche und unfallfreie Restsaison. Im nächsten Jahr wird die Jahreshauptversammlung dann wieder im 1. Quartal des Jahres stattfinden.

Wenn Sie Interesse an unserem Hobby haben und mit der Ausbildung beginnen möchten, so kommen Sie einfach am Wochenende auf den Flugplatz und sprechen uns an. Die Ausbildung erfolgt durch 11 ehrenamtliche und engagierte Fluglehrer und kann ab dem 14.Lebensjahr begonnen werden. Der LSV bietet auch einen 4-wöchigen Schnupperkurs in einem Segelflugzeug an.

Erster Segelflugzeugstart vor 70 Jahren in Rinteln

Eintragungen aus dem Originalflugbuch der "Stadt Rinteln". Siehe rechte Spalten: Start um 1700 Uhr und Landung um 1706 Uhr.
Werbeplakat für die Flugzeugtaufe.
Taufe durch den Stadtdirektor Schulz
Taufe der "Stadt Rinteln" vom Typ Bergfalke Mü 13E durch den Stadtdirektor Schulz.

Startplatz und Taufe in den Weserwiesen

Die Ortsgruppen Hessisch-Oldendorf, Exten, Bad Eilsen, Obernkirchen und Rinteln schlossen sich am 25. Juli 1951 zusammen und gründeten die "Luftsportvereinigung Grafschaft Schaumburg". Hieraus entstand in den Folgejahren dann der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV).

Der Start der gerade gegründeten Luftsportvereinigung war damals natürlich recht beschwerlich. Es gab weder Werkstätten, noch einen Flugplatz geschweige denn Flugzeuge. In den einzelnen Ortsgruppen waren zwar einige Segelflugzeuge im Bau aber halt noch nicht flugfähig. Da die Eigenbauaktivitäten zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden, entschloss sich der junge Verein, einen Doppelsitzer aus industrieller Herstellung zu erwerben. Finanziert wurde der Ankauf durch den Verkauf der halbfertigen Segelflugzeuge, Blutspendeaktionen, Verkauf von "Bausteinen" (Spenden) und später durch Gastflüge auf Flugtagen ausserhalb von Rinteln.

Am 09. Mai 1952 startete das neu angeschaffte Segelflugzeug vom Typ Bergfalke Mü 13E mit dem Kennzeichen D-6008 zum ersten Flug über seiner neuen Heimat Rinteln. Gestartet wurde von dem Feldweg "Bruchwiesenweg", südwestlich von Rinteln gelegen. Bevor das Segelflugzeug abheben konnte, wurde es unter großer Beteiligung der Rintelner Bevölkerung durch den Stadtdirektor Schulz auf den Namen "Stadt Rinteln" getauft. Einige ältere LSV Mitglieder können sich noch an die Taufe erinnern, die sie als Zeitzeugen miterlebt haben. Der hauptamtliche Fluglehrer August Bödeker absolvierte mit dem Stadtdirektor Schulz den Erstflug, der ganze 6 Minuten dauerte. Übrigens handelte es sich bei der Mü 13E um den ersten Doppelsitzer, der in Niedersachsen eingesetzt wurde. August Bödeker war Weltrekordinhaber, der im Jahr 1938 in Rossitten einen Dauersegelflug über 50 Std. und 15 Min. aufgestellt hat. Die "Stadt Rinteln" versah bis 1964 ihren Flugdienst und wurde im Jahr 1965 durch einen moderneren Bergfalken III ersetzt.

Die junge Luftsportvereinigung erhielt in den Anfangsjahren große Unterstützung durch die Segelflugschule der britischen Streitkräfte. Sie richteten u.a. 1951 einen Großflugtag in Fuhlen bei Hessisch-Oldendorf aus und stellten auch ihre Winde zur Verfügung. Die bekannte Fliegerin Elly Beinhorn stattete der Veranstaltung einen Besuch ab und bereits am Vorabend hatte Hanna Reitsch in Rinteln einen Vortrag über die Fliegerei gehalten.

Mitte April startet die Segelflug-Bundesliga

Vor dem Start; die Wolken versprechen einen guten Flug.
Wieder sicher in Rinteln gelandet.

Gelingt dem LSV Rinteln die Titelverteidigung?

Anfang April haben die Flugschüler des Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) wieder mit der fliegerischen Ausbildung zum Segelflugpiloten begonnen. Während der
Wintermonate stand für die Flugschüler die Theorie auf dem Lehrplan und jetzt heisst es, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Aber auch die Scheininhaber haben bereits wieder ihre ersten längeren Übungsflüge absolviert. Das Warten hat endlich ein Ende und die Segelflugzeuge dürfen wieder am Himmel über der Stadt Rinteln und darüber hinaus ihre Kreise ziehen. Jetzt muss nur noch der Wettergott mitspielen.

Die Leistungspiloten aus der Weserstadt starten voraussichtlich am 16./17. April zu ihren ersten Wertungsflügen in der 1. Segelflug-Bundesliga. Nachdem der LSV Rinteln im vergangenen Jahr diese Liga zum 3. Mal in Folge mit dem Deutschen Meistertitel krönen konnte, heisst es nun : "Auf zur Titelverteidigung". In diesem Jahr finden die Wertungsflüge wieder an 19 Wochenenden statt, während es in den letzten 2 Jahren coronabedingt jeweils eine verkürzte Saison gab. Eine Wertungsrunde erstreckt sich über ein Wochenende und jeweils die 3 schnellsten zurückgelegten Flüge eines Vereins vom Samstag oder Sonntag kommen in die Wertung. Am 20./21. August wird feststehen, welcher Verein die Deutsche Meisterschaft errungen hat und darüberhinaus auch die sieben Auf-und Absteiger der 1. und 2. Segelflug-Bundesliga.

Neben den Aufsteigern AC Braunschweig und dem LSV Bückeburg fliegen noch der LSV Burgdorf, der LSV Gifhorn und der LSV Rinteln aus Niedersachsen um die Deutsche Meisterschaft 2022 in der 1. Segelflug-Bundesliga. Jeweils 30 Vereine umfasst die 1. und 2. Segelflug-Bundesliga, die um den Meistertitel fliegen. Alle anderen Vereine fliegen in den 16 Landesligen. Es wird der Verein in der Meisterschaft erfolgreich sein, der jedes fliegbare Wochenende nutzen wird und sei das Wetterfenster noch so klein, so vermutet der LSV- Pressewart Dieter Vogt. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass die Entscheidungen häufig hauchdünn ausgefallen sind und es auf jeden Flug ankam. Die LSV Piloten gehen gut vorbereitet in die neue Saison. Die Segelflugzeuge und deren Technik sind in den Wintermonaten durchgecheckt und aktualisiert worden. Auch die Piloten haben sich durch Fitnesstraining auf die bevorstehenden langen Flüge intensiv vorbereitet. Bei allem Ehrgeiz steht aber die Sicherheit an oberster Stelle, so der erste Vorsitzende Stephan Beck. Wir wollen die Saison unfallfrei beenden und keine erhöhten Risiken eingehen.

Winterarbeit beim Luftsportverein Rinteln

Der Haubenblitzer im Einsatz (klicken für Animation)
Blick in die Vereinswerkstatt
Die Werkstattleiter Dietmar Heintze und Erik Janssen beim Einbau des Haubenblitzer bei dem Schulungsdoppelsitzer ASK 21
LSV Flugschüler beim Unterricht für das Funksprechzeugnis an einem Flugplatzmodell

In aktuelle Sicherheitstechnik investiert

Die Rintelner Segelflieger haben bereits Mitte November Ihre Segelflugzeuge abgerüstet und mit der Wartung begonnen. Kleinere Reparaturen und Schönheitsarbeiten werden unter Federführung der Werkstattleiter in der vereinseigenen Werkstatt durchgeführt. Damit die coronabedingten Auflagen eingehalten werden können, haben die Werkstattleiter einen Terminplan erarbeitet, sodass gewährleistet ist, das nur eine kleine Anzahl von Mitgliedern vor Ort an den Flugzeugen tätig ist. Ende Februar soll dann die obligatorische Jahresnachprüfung durch die zuständige Prüferin, Frau Marianne Hagemann, erfolgen. Erst wenn sie den erforderlichen Nachprüfschein für jedes Segelflugzeug ausgestellt hat, darf dieses wieder in den Himmel über Rinteln aufsteigen. Auch bei den Fallschirmpackern steht Mitte Februar die Jahresnachprüfung auf dem Terminkalender.

Der LSV hat sich entschlossen, in eine weitere Technik zur Erhöhung der Flugsicherheit zu investieren. Jedes Segelflugzeug wurde mit einem sogenannten Haubenblitzer (siehe: sotecc.de) ausgerüstet, der vorn in der Haube installiert wird. Sobald das Segelflugzeug startet, werden rote LED Lichtblitze ausgestrahlt. Bei einer drohenden Kollision wird in den Alarmmodus geschaltet und es wird die Blitzsequenz erhöht  und somit sind die Warnblitze noch besser wahrnehmbar. Bereits vor Jahren wurden sämtliche Maschinen des LSV mit einem Flarm-System (Kollisionswarngerät) ausgestattet. Hierbei wird dem Piloten angezeigt, wo ein anderes Flugzeug in seiner Nähe fliegt und ob es sich unter oder über seinem Flugzeug bewegt. Unterstützt wird dieses System noch durch ein akustisches Signal, welches bei kritischer Annäherung eines  anderen Luftfahrzeuges lauter wird. Aber all das funktioniert nur, wenn auch in dem anderen Flugzeug dieses System eingebaut ist. Darüberhinaus sind vor 3 Jahren die Segelflugzeuge, die für die Schulung  eingesetzt werden, mit selbstauslösenden Fallschirmen ausgestattet worden.

Die Flugschüler werden zur Zeit auf die Theorieprüfung für das erforderliche Funksprechzeugnis durch einen professionellen Towerkontroller vorbereitet. Ausserdem wird unter Federführung der elf ehrenamtlichen LSV-Fluglehrer der Unterricht zum Erwerb des Luftfahrerscheines per Videochat durchgeführt. Die Leistungsflieger bereiten sich auf die Ende April beginnende Segelflug-Bundesligasaison vor, die der LSV in 2021 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und dies zum 3. Mal in Folge, abgeschlossen hat. Für diese Saison möchten die Rintelner Wolkenjäger wieder einen Platz unter den Top Ten anstreben.

Ferner gehen mehrere LSV Piloten auf diversen Segelflug-Wettbewerben an den Start, u.a. auf dem Hahnweide-Wettbewerb in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart. Einen vollen Terminkalender für 2022 hat Christine Grote, die amtierende Vize-Weltmeisterin. Ende Mai nimmt sie an der Deutschen Meisterschaft der Frauen in der Standardklasse in Landau/Pfalz teil. Bereits Anfang Juni geht es weiter zur DMST der Standardklasse in Zwickau, wo sie sich mit den Männer messen wird, bevor es dann Mitte August zur Weltmeisterschaft der Frauen in der Standardklasse nach England geht. Wir drücken allen Wettbewerbsfliegern die Daumen.

Der Luftsportverein hatte für die Wintersaison wieder ein Winterprogramm ausgearbeitet, welches man coronabedingt leider absagen musste. Man hofft, dass ab Ostern die Flugplatzgaststätte Cumulus wieder für die Öffentlichkeit geöffnet wird und auch der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann .

Wer mehr über den Luftsportverein Rinteln und die Ausbildung zum Segelflugpiloten erfahren möchte, erfährt dies hier auf der Homepage oder direkt an den Wochenenden auf dem Flugplatz.

 

Jahresnachprüfung: Segelflugzeuge sind wieder startklar

Uwe Wöltje kontrolliert die Lebenslaufakte des Segelflugzeuges von Stephan Beck
Der Werkstattleiter Erik Janssen im Gespräch mit Marianne Hagemann
Warten auf die Jahresnachprüfung, vorn das Schulflugzeug ASK 21 und hinten die D–5266, eine KA 6 (Oldtimer)

Die Segelflugzeuge des Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) wurden bereits im November letzten Jahres abgerüstet und dann in der vereinseigenen Werkstatt einer eingehenden Kontrolle unterzogen. Sämtliche Wartungs– und kleinere Reparaturarbeiten wurden unter Aufsicht der Werkstattleiter ausgeführt. Wie bei der Winterarbeit in 2020/2021 hatten die Werkstattleiter wieder einen detaillierten Zeitplan ausgearbeitet, damit die Coronaauflagen bei den erforderlichen Tätigkeiten eingehalten werden konnten. Bei der diesjährigen Winterarbeit war das größte Projekt, sämtliche Segelflugzeuge mit einem Haubenblitzer auszustatten. Dieser erhöht die Flugsicherheit, indem er ständig rote LED Blitze ausstrahlt, um im Fluge von den anderen Luftraumnutzern besser wahrgenommen zu werden. 

Ende Februar fand dann die obligatorische Jahresnachprüfung für die Segelflugzeuge und das Startgerät, wie z.B. der Winde, durch die zuständige Prüferin, Frau Marianne Hagemann, statt. Erst wenn sie den erforderlichen Nachprüfschein für jedes Segelflugzeug ausgestellt hat, dürfen diese wieder starten. Nicht nur das Segelflugzeug selbst sondern auch die Lebenslaufakte muss auf dem aktuellsten Stand sein und wird ebenfalls überprüft. Hier wird unter anderem darauf geachtet, ob die vom Hersteller herausgegebenen luftfahrttechnischen Anweisungen beachtet und auch ausgeführt worden sind. Parallel hatten an diesem Tag auch die sich in privatem Besitz befindlichen und am Verkehrslandeplatz der Stadt Rinteln stationierten Segelflugzeuge ihre Jahresnachprüfung unter Federführung vom Prüfer, Herrn Uwe Wöltje. Am Ende des Tages erhielten alle vorgestellten Segelflugzeuge ihren Nachprüfschein und dürfen somit wieder starten.

Auch bei den Fallschirmpackern stand Mitte Februar die Jahresnachprüfung auf dem Terminkalender. Sämtliche vorgestellten Fallschirme wurden durch den zuständigen Prüfer, Herrn Mathias Ahrens, geprüft und es gab keinen Grund für Beanstandungen. Zwischenzeitlich haben die Fallschirmpacker des Vereins alle Schirme wieder neu gepackt und somit steht einem Start in die Saison 2022 nichts mehr im Wege. Zur Information sei gesagt, dass jeder Segelflugzeugpilot bei seinen Flügen immer einen Fallschirm aus Sicherheitsgründen trägt.

Sobald es das Wetter zulässt, wird man wieder die Segelflugzeuge über dem Himmel der Stadt Rinteln kreisen und die weißen Tragflächen in der Sonne blinken sehen. Bevor es aber wieder los geht, müssen noch alle Vereinsmitglieder an der jährlich stattfindenden Flugbetriebsbesprechung teilnehmen. Hier wird unter anderem auf die richtige Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens, den Vorflugcheck, das Verhalten und Bewegen auf dem Flugplatz sowie das rechtzeitige Entscheiden für eine Aussenlandung bei einem Überlandflug hingewiesen.